Vergleich Poker spielen vs. Forex Trading

Ich blicke wieder über den Tellerrand „Poker“ hinaus. Ich hatte schon früher eine Serie zum Thema Poker vs. Casino geschrieben. Nun widme ich mich dem Thema Forex – ein Begriff, den ich vor einem Jahr noch nicht kannte und der Dir vielleicht auch neu ist. Ich erkläre deswegen zunächst kurz, was Forex Trading ist. Und danach gehe ich auf die Gemeinsamkeiten zwischen Poker und Forex ein. Und es ist erstaunlich: So unterschiedlich ein Kartenspiel und der online Devisenhandel auf den ersten Blick sein mögen, so viele Gemeinsamkeiten finden sich beim näheren hinschauen.

Was ist Forex Trading?

Der Begriff Forex stammt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für „Foreign Exchange“, zu Deutsch Devisenmarkt. Mit einem täglichen Volumen von 4 Billionen US-Dollar ist das der grösste und liquideste Markt weltweit. Und daran kann man als privater Anleger – oder wollen wir es lieber Zocker nennen? – von seinem Wohnzimmer aus teilnehmen. Der Handel ist sehr einfach: Du wettest z.B. darauf, dass der Yen gegenüber dem Euro abwertet. Also verkaufst Du Yen und kaufst gleichzeitig Euros. Das kannst Du bei einem Forex Broker mit wenigen Mausklicks erledigen, denn dort werden jeweils Währungspaare, wie eben z.B. EURO/Yen, gehandelt.

Poker und Forex Trading: Gemeinsamkeiten

Wie gesagt, die Gemeinsamkeiten sind trotz der völlig verschiedenen Themen hoch.

Rund um die Uhr pokern – oder eben handeln

Online Poker ist 7x24h möglich. Du kannst jederzeit online gehen und eine Runde zocken. Beim Forex Trading ist es fast so. Du kannst weltweit rund um die Uhr an 6 Tagen die Woche traden (anders als wenn Du z.B. Aktien an der Börse kaufen willst, hier musst Du die Öffnungszeiten beachten). Somit ist gleich wie bei Poker das Suchtpotenzial hoch – aber auch die Flexibilität gross. Gerade wer als Hobby-Trader versucht, sich ein wenig Geld nebenbei zu verdienen, wird es schätzen, dass er auch abends oder nachts online Handeln kann – und seine Aufträge innert Sekunden abgewickelt werden.
Leverage: Geringer Einsatz, hoher möglicher Gewinn
Beim Forex Trading werden Fremdwährungen allesamt mit einem Hebel getradet. D.h., anders als wenn Du US-Dollars am Bankschalter für Deine nächste USA Reise holst, und den Gegenwert 1:1 in Euros bezahlen musst, kommt beim FX Handel ein hoher Hebel zum Einsatz. Üblich ist 200:1. Du kannst somit mit 500 Euros Einsatz ganze 100‘000 Euros bewegen. Wenn Du auf die falsche Währung wettest, ist Dein Einsatz von 500 Euro aber sehr schnell weg. Und genau dasselbe kennen wir doch vom online Poker, von den Turnieren! Du kannst mit wenig Einsatz um ein Preisgeld von einer Million spielen. Und ein Bad Beat zu viel, und Dein Einsatz ist verloren.

Varianz und Bankroll Management

Wegen dem Leverage ist die Varianz beim Forex Trading hoch (und dass die Varianz beim Pokern hoch ist, wird ja wohl niemand bestreiten). Deswegen ist genauso wie beim Pokern ein sauber eingehaltenes Bankroll Management wichtig, um die Wahrscheinlichkeit, „broke“ zu gehen, möglichst gering zu halten. Es ist im Prinzip genau gleich: Wenn man 50% seines Geldes auf einen einzigen Trade setzt (oder sich mit 50% seiner Bankroll ein einziges, teures Buy-In leistet), dann geht man auf lange Sicht praktisch sicher broke. Wenn man nur 5%, oder besser nur 1% seiner Bankroll pro Trade (oder eben pro Buy-In) riskiert, dann wird man auch mehrere schlecht gelaufene Trades gut verkraften können.

Die meisten verlieren Geld

Ich habe nirgends verlässliche Zahlen zum Forex Trading gefunden (und zum online Poker gibt es das ja auch nicht), aber ich bin mir sicher, dass auch beim FX Handel keine 10% der Trader langfristig Gewinn machen. Denn es ist ja gleich wie beim online Poker: Man „spielt“ gegen andere Personen. Was die eine Person gewinnt, muss die andere zwingend verlieren. Und so wie es beim online Poker „Multitabling Regs“ gibt, so gibt es halt im Forex Handel die professionellen Händler, die mittels automatischen Handelssystemen ein Vielfaches dessen umsetzen, als was ein Amateur-Trader bewegt. Und eines ist sicher: Wenn überhaupt jemand Gewinn macht, dann vornehmlich diese Profis. Somit wird der Gewinn auf eine relativ kleine Gruppe von Tradern konzentriert.

Und dann ist ja noch der „Rake“. Beim FX Handel wird dies Spread genannt – die Differenz zwischen Ankaufspreis und Verkaufspreis eines Devisenpaars. Zwei Trader, die gleich gut sind und ständig nur mit sich selbst traden würden, hätten wegen diesen Gebühren irgendwann deswegen kein Geld mehr. Das gleiche würde passieren, wenn zwei gleich starke Poker Profis sehr lange Heads-Up auf tiefen Limits gegeneinander spielen würden – irgendwann hätte der Rake ihre Stacks auf 0 reduzuiert.

Demokonto

Ja, auch beim Forex Handel werden Neukunden mit einem kostenlosen Demokonto angelockt. So wie man um Spielgeld pokern kann, kann man auch mit einem Demokonto online Devisen handeln. Allerdings mit einem Unterschied: Beim FX Trading handelt man unter realen Bedingungen. Anders also als bei Freerolls oder Playmoney Tischen kann man seine Strategien wirklich im „richtigen“ Markt austesten!

Ich persönlich kann dem online Devisenhandel nicht viel abgewinnen und habe auch noch nie Geld bei einem Forex Broker einbezahlt. Wenn Dich das Thema aber reizt, dann kannst Du z.B. einen Forex Vergleich wie www.forexvergleich.org konsultieren und dann bei einem Broker ein kostenloses Demokonto eröffnen, um das ganze einmal ohne Risiko auszuprobieren.

Hast Du Erfahrungen mit dem Forex Handel? Dann hinterlasse doch jetzt einen Kommentar dazu!





Poker Tags: forex zocken

6 Responses to Vergleich Poker spielen vs. Forex Trading

  1. Luck-Hunter sagt:

    hi,
    habe mir das mal angeschaut und ein demokonto eröffnet.
    das ist ja action pur! leider ist man mit jedem trade automatisch im minus, da man ja den spread bezahlen muß. und wenn man dann noch falsch liegt, dann geht die kohle weg, wie nichts!
    anderseits kann man in wenigen minuten auch richtig kohle machen.
    wäre bestimmt was für ivey und andere action-junkies.
    alles im allem, macht es aber richtig spaß!

  2. Der Poker Profi sagt:

    Danke Luck-Hunter für Deinen Kommentar!
    Ich habe es mir auch nur letztes kurz angeschaut. Damals gab es einen Broker, wo man 25 Euro oder so geschenkt erhielt. Den gibt es aber mittlerweile nicht mehr. Macht nichts, denn die 25 Euro gab es schnell auch nicht mehr. Ich setzt auf steigende Ölpreise, liess die Position über Nacht stehen und am nächsten Tag war das Geld weg. Wer es mal ohne Risiko und ohne Registrierung ausprobieren will, dann das sonst hier bei easy-forex tun. Unter “Erfahren” -> “Trader Simulator” kann man 60 Minuten lang als Gast mit fiktiven 50’000$ traden. Viel Glück!

  3. Frank sagt:

    Bei vielen Forex – Buden ist das Trading nicht wie Poker, sondern wie Roulette. Leider gibt es nur wenige Market Maker.
    Neben der Auswahl des richtigen Brokers – egal ob für Forex oder CFD (was bei den meisten Anbietern das gleiche ist, wobei letzteres auch zocken auf aktien ist) ist es wie du schon richtig sagst, der entscheidene Punkt, das richtige Bankrollmanagement zu haben und wie auch beim Poker, nicht von der Strategie abzuweichen. Gambling geht an der Börse wie auch beim Poker.

    Die Varianz halte ich für geringer als beim Poker, denn es gibt bestimmte Muster, die sich immer wieder wiederholen.

  4. Biesee Wiese sagt:

    Forex ist einfach ein viel größerer Markt. Es gibt hunderte Broker und die Liquidität ist gigantisch. Auch im deutschsprachigen Bereich sieht man schon wie es bald aussehen wird…

  5. Der Poker Profi sagt:

    Ich bin nicht sicher ob das stimmt – spielen wollen alle, traden nur eine Minderheit.

  6. Tom sagt:

    Ehrlich gesagt kann ich immer diese Einstellung: forex oder cfd Handel ist gezocke nicht ganz nachvollziehen.
    So wie bei Poker das Glück auch eine große Rolle spielt und aber auch das Geschick und Können, so lässt sich beim traden ebenso das Hirn einschalten. Sicherlich ist diese Art von Handel sehr spekulativ, aber mit vernünftiger Chartanalyse kann man das Risiko selbstverständlich verringern.

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