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Löst Chinese Poker bald Texas Hold’em ab?

Wenn Du noch nie etwas von Chinese Poker gehört hast, musst Du Dir keine Sorgen machen. Ich bin ja nah am Puls des Pokermarktes und habe auch erst vor wenigen Tagen von Chinese Poker gehört. Aber ich muss sagen, ich bin fasziniert davon.

Blicken wir aber kurz zurück auf die grossen Innovationen der letzten Jahre. Während langer Zeit war Draw Poker/5 Card Draw die weitverbreitetste Pokervariante. Was wir nur noch aus Western-Filmen und aus Strip-Poker Spielen unserer Jugend kennen, wurde über Generationen gespielt. Selbst die Bezeichnung „Dead Man’s Hand“ (für Ass-Acht) stammt aus der Zeit des Wilden Westens, als ein Spieler mit dieser Siegerhand deswegen erschossen wurde. Aber daran werden sich die jüngeren Semester meiner Leser kaum erinnern… Doch auch seit dem Siegeszug von Texas Hold’em, ausgelöst durch den WSOP-Sieg von Chris Moneymaker (der mit einem Ticket für 39$ Millionär wurde) und der Erfindung der Tischkamera (womit Pokerturniere endlich auch im TV auf spannende Weise übertragen werden konnten), gab es Innovationen im Bereich Poker. Denken wir nur zurück an die Erfindung der „Double or Nothing“ Turniere im Sommer 2008, die zB bei Betsson weiterhin gespielt werden können. Oder an das adrenalingeladene Rush Poker von Full Tilt Poker, das ich selbst noch gerne in Pausen zocke. Und jetzt das: Chinese Poker.

 

Chinese Poker – China zeigt es allen

Chinese Poker ist eine von der chinesischen Zentralregierung ersonnene neue Pokervariante, die das verbreitete Texas Hold’em bald ablösen könnte. Genauere Recherchen von mir haben ergeben, dass diese Innovation durch den Chinesischen Kulturminister Bil Dung erfunden und in aller Munde gebracht wurde.

Sicher hast Du davon gehört, dass China die Wirtschafsmacht Nr. 2 der Welt ist und auf gutem Weg ist, noch vor unserer Pensionierung die USA als Wirtschaftsmacht Nr. 1 der Welt abzulösen. Und sicher hast Du auch davon gehört, dass der Dollar schwächelt. Und garantiert hast Du auch gehört, dass China nach der Weltherrschaft strebt. Da ist es meiner Meinung nach nur konsequent, wenn China auch beim Poker eine Führungsrolle übernimmt. Und die Chinesen sind bekanntlich Weltmeister im Kopieren. So erstaunt es nicht, dass Chinese Poker sehr ähnlich wie Texas Hold’em ist: Gespielt wird wie bei Texas Hold’em mit zwei verdeckten Hole Cards, und die besten fünf Karten gewinnen. Doch statt Flop, Turn und River gibt es das kleine Holz, das mittlere Holz und das grosse Holz. Pro „Holz“ (offenbar sind die Tische in Chinas Regierungsgebäuden aus Holz) gibt es jeweils zwei aufgedeckte Karten. Schaffen es die Chinesen, Chinese Poker als neuen Pokerstandard festzulegen, erübrigt sich auch die Frage, warum bei Texas Hold’em zuerst drei und dann jeweils nur noch eine weitere Karte aufgedeckt werden – etwas, worüber ich mich heute noch wundere.

Du wirst Chinese Poker heute noch bei keiner Pokerseite spielen können, obwohl gemäss der Chinesischen Zentralregierung bereits Verhandlungen mit PokerStars und Full Tilt Poker am Laufen sind. Was könnte der Plan der Chinesen hinter dieser Innovation sein? Meine Überlegungen sind die folgenden: Die beiden US-Ex-Präsidenten George und George W. Bush sind aus Texas. Millionen Pokerspieler reden von Texas Hold’em. Das ist der Führung in Peking sicher ein Dorn im Auge. Lieber wäre Ihnen, wenn die neue Wirtschaftsmacht China in Millionen Munde wäre, als wenn Zocker auf der ganzen Welt dem Heimatstaat von zwei US-Präsidenten huldigen würden.

 

Meine erste Analyse zu Chinese Poker

Von der Strategie her spielt sich Chinese Poker sehr ähnlich wie Texas Hold’em. Aufgrund der 6 Holz-Karten (jeweils beim kleinen, mittleren und grossen Holz zu zweit aufgedeckt) anstelle der 5 Board-Karten hat man aber die Outs anders zu berechnen. Man hat jetzt pro „Holz“ doppelt so viele Outs wie bei Texas Hold’em. Zudem sind auch mittelstarke Hände besser spielbar: Weil 6 statt 5 Karten aufgedeckt werden, hat man mehr Chancen, mit einem schlechten Starblatt zu gewinnen. Wie gesagt, das sind nur theoretische Überlegungen – ich werde sicher mehr Strategien zu Chinese Poker veröffentlichen, sobald ich das Pokerspiel auch selbst spielen kann.

Ob Chinese Poker die hochgesteckten Ziele der Chinesen wirklich erreichen wird, wird sich noch zeigen. Die Chancen stehen gut, auch wenn z.B. vor genau einem Jahr PokerStars mit Flash Poker kläglich gescheitert ist. Aber die Vorzeichen stehen dieses Mal anders, schliesslich steht nicht ein einzelner Pokerraum, sondern ein ganzes Land mit über einer Milliarde Einwohnern hinter dieser neuen Pokervariante.

Ach ja, witzig ist noch, dass auch die Bildkarten umbenannt werden sollen. Fragt sich, ob sich das durchsetzt. Statt z.B. „Dame“ soll die Karte mit der Frau neu „Jungfrau“ – auf Chinesisch „Mu Schi Tsu“ – genannt werden. Hier bin ich skeptisch, ob sich das durchsetzen wird.

Und was meinst Du zu Chinese Poker? Hinterlasse doch jetzt Deine Meinung zu dieser neuen Pokervariante!

PS: Ich habe ein witziges PDF mit Bildern zum Thema “Ein Tag im Leben eines Poker Profis” erstellt. Lade es jetzt kostenlos herunter, indem Du diesen Artikel mit anderen auf Twitter oder Facebook teilst!
 

 

 

Das Ende des Poker Booms?

Diese Frage im Titel ist eigentlich falsch gestellt. Eigentlich sollte sie lauten: Wann ging der Poker Boom zu Ende? Denn jedem der schon länger online Poker spielt ist klar, dass der Boom zu Ende ist. Ein Blick auf die Suchanfragen (Quelle: Google Insights for Search) nach “Poker” in Deutschland zeichnet ein klares Bild:

Suchanfragen nach Poker in Deutschland 2004-2011

Der grosse Boom war Ende 2006, und seither ist das Interesse ständig gesunken. Allerdings bedeutet das nicht das Ende von online Poker, im Gegenteil. Es gibt immer wieder andere Länder, bei denen das Interesse ansteigt. Und Länder, in denen das Interesse gesunken ist, können Poker wiederentdecken. Zudem sind die Suchanfragen in Deutschland nur ein möglicher Gradmesser von Poker. Schaut man sich die Anzahl Spieler an den Tischen an, so ist das Spieleraufkommen nur bei einigen Pokerseiten stark gesunken, während andere Seiten zulegen konnten. Insgesamt, berichtet PokerScout, ist die Anzahl Spieler an den online Tischen im Jahresverlauf per Mitte März 2011 nur um 1% gesunken.

Was aber korrekt ist, dass der Boom vorbei ist. Die Phase der stark steigenden Nachfrage (sprich: viele neue Spieler, die mit pokern beginnen) ist sicher vorbei. Aber auf Jahre hinweg wird es immer noch Millionen online Zocker und Profis geben, da bin ich mir sicher. Was einfach das Problem dieser Entwicklung ist, ist dass das Spielniveau permanent ansteigt. Weniger neue Spieler = weniger Fische = mehr Regs/Tisch = höheres Spielniveau -> weniger Gewinn für gute Spieler, die sich nicht weiter entwickeln.

In dem Zusammenhang habe ich mir auch die Entwicklung der globalen Suchanfragen nach Poker Bonus und nach Rakeback angeschaut (klicken zum vergrössern):

Suchanfragen Poker Rakeback und Bonus weltweit

Wenig erstaunlich suchen auch deutlich weniger Leute nach Bonus-Angeboten. Rakeback hingegen, also Gebührenrückerstattung, blieb in etwa konstant. Das ist ein Zeichen dafür, dass die bestehenden Spieler sich mehr und mehr mit der Frage auseinandersetzen, wie sie Gewinn erzielen können. Und damit ein Zeichen, dass mehr Profis unterwegs sind und das Spielniveau ansteigt. Aber das dürfte ja jedem klar sein.

 

Fünf Poker Jahre: 2006 und 2011 im Vergleich

Ich bin auf 2+2 auf diesen witzigen Thread gestossen, in dem die Pokerjahre 2006 und 2011 miteinander auf witzige Weise verglichen werden. Ich habe die Sprüche von Goertsy und anderen Postern hier frei auf Deutsch übersetzet und mit eigenen Sprüchen ergänzt.

Ich selbst habe ja erst im Sommer 2007 mit Pokern angefangen, so gesehen fehlen mir 1.5 Jahre. Ich denke aber dennoch, dass sehr vieles an diesen witzigen Sprüchen leider wahr ist. Wenn Du selbst eine weitere Aussage weisst, dann hinterlasse sie doch als Kommentar.

 
Anzahl Fische
2006: Es ist an der Zeit, die Session zu beenden, da sind ja nur noch 2 Fische pro Tisch.
2011: Donnerwetter, da sind gleich zwei Fische an meinem Tisch, da muss ich sofort einen Screenshot machen!

 

Tisch Auswahl
2006: Was, nur 50% sehen sich den Flop an? Der Tisch ist mir zu tight
2011: Wow, ganze 20% sehen sich den Flop an, da muss ich sofort auf die Warteliste

 

Grosse und kleine Gewinne
2006: Hehe, ich habe ihn gestacked.
2011: Cool, ich habe seinen Blind gestohlen. Ich weiss gar nicht mehr wie es sich anfühlt, jemanden zu stacken.

 

Regel-Kenntnisse
2006: Was ist stärker, eine kleine Strasse oder ein Drilling? Warum habe ich mit meiner Strasse König-Ass-2-3-4 verloren? Was ist besser, Herz-Ass oder Pik-Ass?
2011: Wenn wir zu dritt in einem Turnier All-In sind und der Chipleader mit Trips gewinnt, auf welche Plätze kommen der andere Verlierer und ich?

 

Poker Tracking Software
2006: Was bedeutet ptbb/100 im Pokertracker 2?
2011: Soll ich mir nur die Fold to 3-Bet Stat im Holdem Manager HUD anzeigen lassen oder lieber gleich Fold_vs_3b.CO.IP?

 

Rechtfertigungen der Fische
2006: Aber es war doch suited!
2011: Immerhin habe ich meinen Bonus gleich gecleart, und in drei Tagen ist Zahltag

 

Multitabling
2006: Es hat eine Weile gedauert, aber mittlerweile kann ich 4tabling betreiben ohne allzu oft auszutimen
2011: Hat es jemand geschafft, einen dritten Monitor am PC anzuschliessen? Ich möchte drauf TV schauen, denn 24tabling ist eine langweilige Sache

 

Schwierigkeitsgrad
2006: Die Spiele werden immer thougher. Vor drei Jahren war das Niveau auf NL100 mit dem heutigen NL25 vergleichbar.
2011: Die Spiele werden immer thougher. Vor drei Jahren war das Niveau auf NL100 mit dem heutigen NL25 vergleichbar.

 

Varianz
2006: So ein ausserordentliches Pech, jetzt habe ich zwei Sessions hintereinander Minus gemacht.
2011: So ein ausserordentliches Glück, jetzt habe ich zwei Sessions hintereinander Plus gemacht.

 
Limits
2006: Das tiefste Cash Game bei Pokerraum XY ist NL 25, die Spieler sind sehr schwach.
2011: Das tiefste Cash Game bei Pokerraum XY ist NL 2, die Spieler sind sehr stark.

 

Post-Flop Strategie
2006: Gegen einen Gegner immer eine Continuation Bet machen
2011: Gegen einen Gegner immer 3-Barreling betreiben

 

Limits
2006: Wenn ich nicht ständig Coinflips verlieren würde, dann könnte ich locker NL 1000 crushen
2011: Wenn ich nicht ständig Coinflips verlieren würde, dann könnte ich locker NL 50 crushen

 
Equity
2006: Was, ich habe nur 60% Equity? Easy Fold, ich will meinen Stack doch nicht riskieren
2011: Was, ich habe ganze 50.01% Equity? Insta-Call

 

Bankroll Management
2006: Kann ich mit 500$ die 50+5$ Sit’n Go Turniere spielen?
2011: Kann ich mit 500$ die 5+0.50$ Sit’n Go Turniere spielen?

 
Gratis Geld zum Pokern
2006: Melde Dich bei Pokerstrategy an, da erhältst Du 5$ geschenkt
2011: Melde Dich bei Pokerstrategy an, da erhältst Du 50$ geschenkt plus 27% Rakeback bei Full Tilt Poker

 
Prognose
2011: Ich wünschte ich hätte schon im 2006 mit online Poker angefangen.
2016: Ich wünschte ich hätte schon im 2011 mit online Poker angefangen.

 
Kommt Dir ein weiterer Spruch in den Sinn? Dann schreib ihn doch jetzt auf!
 

Vergleich Poker spielen vs. Forex Trading

Ich blicke wieder über den Tellerrand „Poker“ hinaus. Ich hatte schon früher eine Serie zum Thema Poker vs. Casino geschrieben. Nun widme ich mich dem Thema Forex – ein Begriff, den ich vor einem Jahr noch nicht kannte und der Dir vielleicht auch neu ist. Ich erkläre deswegen zunächst kurz, was Forex Trading ist. Und danach gehe ich auf die Gemeinsamkeiten zwischen Poker und Forex ein. Und es ist erstaunlich: So unterschiedlich ein Kartenspiel und der online Devisenhandel auf den ersten Blick sein mögen, so viele Gemeinsamkeiten finden sich beim näheren hinschauen.

Was ist Forex Trading?

Der Begriff Forex stammt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für „Foreign Exchange“, zu Deutsch Devisenmarkt. Mit einem täglichen Volumen von 4 Billionen US-Dollar ist das der grösste und liquideste Markt weltweit. Und daran kann man als privater Anleger – oder wollen wir es lieber Zocker nennen? – von seinem Wohnzimmer aus teilnehmen. Der Handel ist sehr einfach: Du wettest z.B. darauf, dass der Yen gegenüber dem Euro abwertet. Also verkaufst Du Yen und kaufst gleichzeitig Euros. Das kannst Du bei einem Forex Broker mit wenigen Mausklicks erledigen, denn dort werden jeweils Währungspaare, wie eben z.B. EURO/Yen, gehandelt.

Poker und Forex Trading: Gemeinsamkeiten

Wie gesagt, die Gemeinsamkeiten sind trotz der völlig verschiedenen Themen hoch.

Rund um die Uhr pokern – oder eben handeln

Online Poker ist 7x24h möglich. Du kannst jederzeit online gehen und eine Runde zocken. Beim Forex Trading ist es fast so. Du kannst weltweit rund um die Uhr an 6 Tagen die Woche traden (anders als wenn Du z.B. Aktien an der Börse kaufen willst, hier musst Du die Öffnungszeiten beachten). Somit ist gleich wie bei Poker das Suchtpotenzial hoch – aber auch die Flexibilität gross. Gerade wer als Hobby-Trader versucht, sich ein wenig Geld nebenbei zu verdienen, wird es schätzen, dass er auch abends oder nachts online Handeln kann – und seine Aufträge innert Sekunden abgewickelt werden.
Leverage: Geringer Einsatz, hoher möglicher Gewinn
Beim Forex Trading werden Fremdwährungen allesamt mit einem Hebel getradet. D.h., anders als wenn Du US-Dollars am Bankschalter für Deine nächste USA Reise holst, und den Gegenwert 1:1 in Euros bezahlen musst, kommt beim FX Handel ein hoher Hebel zum Einsatz. Üblich ist 200:1. Du kannst somit mit 500 Euros Einsatz ganze 100‘000 Euros bewegen. Wenn Du auf die falsche Währung wettest, ist Dein Einsatz von 500 Euro aber sehr schnell weg. Und genau dasselbe kennen wir doch vom online Poker, von den Turnieren! Du kannst mit wenig Einsatz um ein Preisgeld von einer Million spielen. Und ein Bad Beat zu viel, und Dein Einsatz ist verloren.

Varianz und Bankroll Management

Wegen dem Leverage ist die Varianz beim Forex Trading hoch (und dass die Varianz beim Pokern hoch ist, wird ja wohl niemand bestreiten). Deswegen ist genauso wie beim Pokern ein sauber eingehaltenes Bankroll Management wichtig, um die Wahrscheinlichkeit, „broke“ zu gehen, möglichst gering zu halten. Es ist im Prinzip genau gleich: Wenn man 50% seines Geldes auf einen einzigen Trade setzt (oder sich mit 50% seiner Bankroll ein einziges, teures Buy-In leistet), dann geht man auf lange Sicht praktisch sicher broke. Wenn man nur 5%, oder besser nur 1% seiner Bankroll pro Trade (oder eben pro Buy-In) riskiert, dann wird man auch mehrere schlecht gelaufene Trades gut verkraften können.

Die meisten verlieren Geld

Ich habe nirgends verlässliche Zahlen zum Forex Trading gefunden (und zum online Poker gibt es das ja auch nicht), aber ich bin mir sicher, dass auch beim FX Handel keine 10% der Trader langfristig Gewinn machen. Denn es ist ja gleich wie beim online Poker: Man „spielt“ gegen andere Personen. Was die eine Person gewinnt, muss die andere zwingend verlieren. Und so wie es beim online Poker „Multitabling Regs“ gibt, so gibt es halt im Forex Handel die professionellen Händler, die mittels automatischen Handelssystemen ein Vielfaches dessen umsetzen, als was ein Amateur-Trader bewegt. Und eines ist sicher: Wenn überhaupt jemand Gewinn macht, dann vornehmlich diese Profis. Somit wird der Gewinn auf eine relativ kleine Gruppe von Tradern konzentriert.

Und dann ist ja noch der „Rake“. Beim FX Handel wird dies Spread genannt – die Differenz zwischen Ankaufspreis und Verkaufspreis eines Devisenpaars. Zwei Trader, die gleich gut sind und ständig nur mit sich selbst traden würden, hätten wegen diesen Gebühren irgendwann deswegen kein Geld mehr. Das gleiche würde passieren, wenn zwei gleich starke Poker Profis sehr lange Heads-Up auf tiefen Limits gegeneinander spielen würden – irgendwann hätte der Rake ihre Stacks auf 0 reduzuiert.

Demokonto

Ja, auch beim Forex Handel werden Neukunden mit einem kostenlosen Demokonto angelockt. So wie man um Spielgeld pokern kann, kann man auch mit einem Demokonto online Devisen handeln. Allerdings mit einem Unterschied: Beim FX Trading handelt man unter realen Bedingungen. Anders also als bei Freerolls oder Playmoney Tischen kann man seine Strategien wirklich im „richtigen“ Markt austesten!

Ich persönlich kann dem online Devisenhandel nicht viel abgewinnen und habe auch noch nie Geld bei einem Forex Broker einbezahlt. Wenn Dich das Thema aber reizt, dann kannst Du z.B. einen Forex Vergleich wie www.forexvergleich.org konsultieren und dann bei einem Broker ein kostenloses Demokonto eröffnen, um das ganze einmal ohne Risiko auszuprobieren.

Hast Du Erfahrungen mit dem Forex Handel? Dann hinterlasse doch jetzt einen Kommentar dazu!





Poker Tags: kann man forex mit rulett vergleichen

Poker als Lebensunterhalt? Vom Pokern leben?

Das sind vieldiskutierte Fragen. Jeden Monat taucht in den grossen Pokerforen wie z.B. auf Pokerstrategy.de wieder ein Thread dazu auf, in beliebigen Variationen wie z.B.:

  • Kann man vom Pokerspiel leben?
  • Soll ich meinen Job kündigen und Poker Profi werden?
  • Auswandern und Pokern?
  • Lohnt es sich, Pokerprofi zu werden?

Für einmal hat sich jemand mit einer solchen Frage direkt an mich gewendet, per E-Mail. Ich habe sein Einverständnis erhalten, sein Mail veröffentlichen zu dürfen, weil mir die Frage gut als Basis für einen Artikel hier in meinem Blog gefiel. Hier also das Mail von Oli aus Ex-Jugoslawien:

„Ich würde mich gerne bei einem der unzähligen Pokerräume anmelden und mich gerne dabei von Dir beraten lassen. Ich hatte vor, mich bei 888 registrieren zu lassen, natürlich nicht ohne einen entsprechenden Rakeback-Deal. Ich plane 3-5 Stunden täglich zu spielen und hoffe das da in einem Monat was bei rum kommt, zusätzlich zu den eigentlichen Gewinnen, die ich anpeile. Da ich in einem Niedriglohnland lebe, sollte sich auch nur durch semi-professionellen Pokerspiel ein Großteil meiner Lebenshaltungskosten (theoretisch) damit verdienen lassen. Ich bin kein Träumer und nicht aufs schnelle Geld aus, aber da ich bislang bei Spielgeld-Portalen meinen Gewinn kontinuierlich gesteigert habe und selbstverständlich bereit bin noch sehr viel mehr über Texas Hold’Em zu lernen, schätze ich die Situation so ein, daß ich auf diese potenzielle Einnahmequelle nicht verzichten sollte.“

Ja, was denkst Du dazu? Also ich finde es gut, dass der Oli erst einmal ein paar Pokerspieler mit Erfahrung angefragt hat (nicht nur ich habe sein E-Mail erhalten). Und ich finde es auch gut, dass er versucht, realistisch zu bleiben („ich bin kein Träumer und nicht aufs schnelle Geld aus“). Problematischer ist, dass er noch gar nicht um echtes Geld gepokert hat. Und Geld verdienen wollen alle beim Pokern um echtes Geld, nur schaffen es die wenigsten. Deswegen hier meine Gedanken zum semi-professionellen Pokerspiel.

Spielgeld und Poker um Echtgeld sind zwei Paar Handschuhe

Ich erinnere mich an meinen Einstieg ins online Poker im Sommer 2007 zurück. Ich hatte mich bei Europoker an die Spielgeld-Tische gesetzt und nach 3 Wochen meine Chips von 1‘000 auf 13‘000 erhöht. Da war es an der Zeit, um echtes Geld zu spielen. Also cashte ich 50 Euro ein und spielte fortan Fixed Limit und später SNG-Turniere. Schnell merkte ich, dass sich die Spieler viel tighter spielten. Kein Wunder, plötzlich ging es ja um ihr eigenes Geld. Ich will damit nicht sagen, dass Pokern um Spielgeld kein guter Einstieg ins pokern ist. Zwei Vorteile sind, dass man sich so mit den Regeln vertraut machen kann und sich auch an die Software der Pokerseite gewöhnen kann. Um dann beim Spiel um echtes Geld erfolgreich zu sein, muss man seine Strategie und Spielweise aber anpassen (z.B. indem man deutlich weniger Hände spielt).

Pokern für Taschengeld und Lebensunterhalt

Das ist prinzipiell möglich. Ich gehörte auch zu jenen, die sich ein sehr nettes Taschengeld beim online Poker mit Sit’n Go‘s verdienten. Und ich war sogar so weit, über ein Jahr Ferien und Poker in Thailand nachzudenken – weil dort die Lebenshaltungskosten tief sind. Und 2‘000$ monatlich kann ich bei anständigem grinden verdienen. Aber es kam dann bei mir alles anders.

Aber zurück zu Oli’s Frage. Viele wollen sich ein nettes Taschengeld beim Pokern verdienen, aber nur wenige schaffen es. Die allermeisten Spieler pokern, um Geld dabei zu verdienen. In der Realität verdienen aber keine 10 Prozent der Spieler Geld. Das heisst, dass neun von zehn Pokerspielern beim pokern Geld verlieren, obwohl sie dabei Geld gewinnen wollen und auch davon träumen, sich ein neues Handy, einen schönen Urlaub oder ein Motorrad mit online Poker zu finanzieren.

Sehr wenige Spieler verdienen viel Geld im online Poker

Das sollte klar sein. Nur die wenigsten Spieler verdienen Geld beim Pokern. Und der grösste Teil der Gewinne geht an Spieler mit 1‘000 oder mehr Stunden Erfahrung an Echtgeldtischen und an solche, die an 6, 10 oder 15 Tische gleichzeitg grinden können. Denn nur lässt sich ein ordentlicher Stundenlohn verdienen, der höher ist, als wenn man im Mäc Hamburger brät.

Nachhaltig erfolgreich Pokern

Ein weiterer Punkt ist die Nachhaltigkeit beim Poker. Ich meine jetzt nicht, dass die spiele „immer thougher“ werden oder dass es ein Pokerverbot im Internet geben könnte. Ich meine damit, dass man als Spieler viele Voraussetzungen erfüllen muss, um auch nach 1, 2 oder 3 Jahren noch mit Poker seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Dazu gehören unter anderem:

  • Disziplin (ohne Chef dennoch einen geregelten „Arbeitstag“ zu haben und nicht nur abzuhängen)
  • Weiterbildung (ohne Analyse des eigenen Spiels und ohne Weiterbildung wird man überholt – dies benötigt auch noch Zeit neben dem reinen grinden)
  • Ausdauer (an einem Freitag Abend fünf Stunden zu pokern ist etwas ganz anderes, als sich 8 Stunden pro Tag, 6 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr nur mit Poker auseinander zu setzen)
  • Psychische Stärke (ohne starke Kontrolle über sich selbst und ohne genügend Tilt-Resistenz wird man nach dem ersten Downswing – und das kommt bestimmt – aufgeben)
  • Soziales Umfeld (es gibt auch ein Leben jenseits von Poker – man sollte seine sozialen Kontakte weiterhin intensiv pflegen)
  • Bankroll Management (ohne striktes Bankroll-Management verliert man spätestens langfristig all seine Gewinne)
  • Gesundheit und gesunder Lebensstil (den ganzen Tag nur zu sitzen und Chips vor dem PC zu essen, das ist nicht nachhaltig. Ich habe das selbst erlebt :-/ Siehe hier meine Gesundheits-Tipps für den Poker Arbeitsplatz

Diese Liste ist nicht abschliessend. Ein paar weitere sehr interessante Gedanken haben drei interviewte Blogger gehabt, die Du hier im Interview mit Poker Profis und Bloggern veröffentlicht habe.

Mein Tipp: Job behalten, Pokern als Hobby

Ich würde unter den Voraussetzungen von Oli (erst Spielgeld-Erfahrung) auf keinen Fall den Job kündigen und auf keinen Fall schnelle und hohe Gewinne beim online Poker erwarten. Der Weg – selbst zum semi-professionellen Spieler – ist steinig, lange und anstrengend. Die wenigsten halten ihn durch. Bevor ich überhaupt über die Variante „Semi Poker Profi“ nachdenken würde, würde ich solange Poker als Hobby betreiben, bis ich mindestens ein Jahr und 500‘000 Hände Cash Game (oder 5000 Turniere) gespielt hätte – um echtes Geld und mit Gewinn.

Online Poker auf iPhone / iPad / Android spielen

Es gibt ja im App Store von Apple keine Poker-App, mit der man online und um echtes Geld gegen andere pokern kann. Wer absolut süchtig nach Poker ist und unbedingt um Echtgeld gegen andere Spieler pokern wollte, der konnte versuchen, mit ein paar technischen Kniffen das ganze zu umgehen. Etwa, indem er vom iPhone aus auf seinen PC daheim zugriff. Bestimmt keine schnelle Sache und auch nicht sehr stabil, was schade ist, wenn man gerade eine gute Hand hält…

Seit heute 8. Oktober 2010 ist nun eine Pokersoftware am Markt, die sich speziell auf die Nutzer von iPhone und iPad ausgerichtet hat. Wer jetzt aber eine Poker App im Appstore sucht, wird enttäuscht werden. Es handelt sich nicht um eine Poker App, sondern um eine Anwendung für den Browser. Die Software läuft in jedem gängigen Webbrowser (Internet Explorer 8 & 9, Firefox, Chrome, Safari & Opera), man kann also auch daheim am PC spielen. Und eben auch auf dem iPhone, da dort ja der Safari Browser eingebaut ist.

Gespielt wird vorerst nur Texas Hold’em No Limit, und das an 6max-Tischen. So wird das one-tabling nicht allzu eintönig. Wer sich rasch entscheidet, erhält 10 Euro geschenkt: Einfach über diesen Link anmelden und den Switch Poker Bonus Code 10free4me bei der Anmeldung eingeben. Die ersten 250 Spieler erhalten die Euros. Bedingung ist, dass man bis am Montag 11.10.2010 mindestens 50 Hände auf dem Microlimit 1/2 Cents gespielt hat, um sie auszahlen zu können.

Nachtrag von Mai 2011: Der obige Code funktioniert mittlerweile natürlich nicht mehr, da hätte man sich früher anmelden müssen. Mit dem neuen Sign-up Code POKERPROFI kannst Du Dir aber den bestmöglichen Bonus sichern. Einfach bei der Anmeldung bei Switch Poker (nachdem Du Deine Mail-Adresse bestätigt hast) nach Deinen persönlichen Daten im Feld “Sign-up Code (optional)” eingeben!

 

Ich bin leider im Moment im Ausland und kann es gerade selbst nicht ausprobieren (die 10 Euros wären schnell durch die Roaming-Gebühren aufgebraucht). Wenn Du schon Switch Poker auf dem iPhone gespielt hast, dann schreib doch jetzt Deine Erfahrungen kurz auf!

Nachtrag Dezember 2011: Mittlerweile spielen immer mehr Leute bei Switch Poker. Und nun gibt es sogar eine Android App mit geringen Systemanforderungen (Version 1.6 reicht) sowie der Möglichkeit, die Tische zu wechseln. Damit ist nun auch Multitabling um echtes Geld auf dem Android Smartphone möglich!

Auf dem iPhone, iPad oder mit Android Smartphones online Pokern: Anmeldung Switch Poker.





Poker Tags: full tilt ipad, full tilt für ipad

Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #3

Das ist bereits der dritte Teil meiner Fremdgeh-Serie. Wobei mit Fremdgehen nicht ein Seitensprung gemeint ist, sondern ein Blick über den Zaun in die andere grosse Gambling-Industrie, Casinos. Nach dem ersten Teil (Was ist beliebter, Poker oder Casino?) und dem zweiten Teil (Varianz bei Poker und Roulette) folgt nun im dritten Teil die Betrachtung einer typischen Casino-Seite.

Ich habe mir mal eine Webseite rausgesucht, die vergleichbar ist mit denjenigen, die ich aus der Pokerindustrie kenne. Meine Wahl ist auf CasinoSpielen.de gefallen, einer Webseite mit Angeboten zu allem, was man in einem Casino spielen kann. Dazu gehören natürlich online Black Jack, Roulette, Spielautomaten (die Web-Versionen der Einarmigen Banditen) und auch hierzulande (zumindest mir) weniger bekannte Spiele wie Craps, Baccarat oder Pai Gow.

Kurz bevor ich auf den Link zur Seite von CasinoSpielen.de gegangen bin, habe ich mir überlegt, wie wohl jemand auf einen solchen Namen kommen kann. Viel treffender wäre ja „Im-Casino-spielen.de“ oder noch besser: CasinoSpiele.de gewesen. Naja, letztere Domain ist schon seit 2002 reserviert, und wird leider immer noch nicht genutzt (respektive leitet zu einer Rechenzentrums-Firma um, die sich diese Domain wohl geschnappt hat). Da kam CasinoSpielen.de über drei Jahre zu spät. Naja egal, ich darf da nichts sagen, der Domainname für meine Sit and Go Poker Strategieseite ist rückwirkend betrachtet auch alles andere als der Knüller und ich würde heute anstelle einer reinen Sachbezeichnung eine Domain wählen, die das Potenzial hat, sich zu einer Marke zu entwickeln.

Aber zurück zur Casino-Seite. Als erstes fiel mir auf, dass praktisch jede Seite mindestens eine Tabelle mit Bonus-Angeboten enthält, wie z.B. diese Seite mit No Deposit Bonus Angeboten. Soweit also alles genau gleich wie bei online Pokerseiten ;-).

Dort  fiel mir dann weiter auf, dass ich keinen einzigen Namen aus der Top-5-Liste kannte. Ich hätte hier vermutet, dass die gleichen Namen, wie wir sie vom Poker her kennen, auf der Liste vertreten sind (Party, BWIN etc.). Dann ein Blick auf die Bonus-Angebote: Die variieren zwischen 20$, 25$, 30$ und …1500$ Bonus – eine rechte Spanne. Da frage ich mich dann schon, wer sich für 20$ anstelle von 1500$ entscheidet. Ansonsten ist die Tabelle gleich aufgebaut wie bei Pokerraum-Vergleichsseiten, mit Anbieter, Bewertung, Bonus in Prozent und in Dollar sowie Links zur Rezension und direkt zur Webseite des Casinos. Wie treffend die Bewertungen sind, kann ich als Aussenstehender nicht beurteilen. Anhand der Rezensionen sind diese allerdings nicht vollumfänglich nachzuvollziehen – dazu sind die Reviews zu kurz gefasst. Hier eine weitere Brücke zum online Poker: Wenn Du auf eine Seite mit Bewertungen von Pokerräumen stösst, und dort sind zehn Räume aufgelistet, aber PokerStars und Full Tilt Poker (die beiden Marktführer mit insgesamt 60% Marktanteil) fehlen auf den Podestplätzen (oder ganz auf der Liste), dann weisst Du, dass sich die Bewertung nur danach richtet, welche der Pokerseiten die höchste Provision bezahlt…

Natürlich fehlt auf der Casino-Seite auch nicht die „Strategie-Artikel“-Sektion. Wobei sich bei mir schon alleine beim Lesen von „Casino Strategie“ die Haut auf der Stirn runzelt. Wie soll man bei einem Spiel, dessen Spielregeln das Casino bevorteilen, Strategien anwenden?

Ein paar Möglichkeiten kommen mir spontan in den Sinn

  • Bankroll-Management („nur am Anfänger-Tisch spielen und immer nur den Mindestbetrag setzen, damit das Geld möglichst lange reicht“)
  • Verdoppelungs-Strategie (immer auf „rot“ setzen und wenn man verliert, den Einsatz verdoppeln; funktioniert in der Theorie, in der Praxis aber nicht mehr, weil man nur noch ca. 6x verdoppeln kann (die Roulette-Tische haben Mindest- und Maximaleinsätze, also nichts von „No Limit“))
  • Kartenzählen (beim Blackjack hat das früher geklappt, wenn man ein Top-Gedächtnis hatte; das geht heute nicht mehr, weil mit mehreren Kartendecks gespielt wird)
  • Jackpot-Rush (ich nenne das jetzt mal so, ich meine damit, dass man nur dort spielt, wo der Jackpot auf einen Betrag deutlich über dem Durchschnitt angewachsen ist)
  • Casinowhoring (Anleitung zum Freispielen von Bonus-Angeboten, kann je nach Angebot +EV sein)

in den Sinn. Es gibt dann tatsächlich nebst Regeln, Bankroll Management und Wahrscheinlichkeiten ein paar Strategie-Artikel, die ich allerdings mit Vorsicht geniessen würde. Oder was sagst Du zu diesem Satz aus Haralds Casino Blog-Eintrag mit dem Titel „Für den Profi“:

„Hier für den erfahrenen Profi die Verteilung der Transversale Simpel für alle Nebennummern, sowie Dichten und Transversale Simple für Finalen, Spiel 7/9, Spiel 3/4. Druckt euch diese Zahlenflut aus und nehmt sie als Unterstützung mit in das Casino. Beherzigt immer, wenn ihr mit den Gedanken des Croupiers spielt, befindet ihr euch auf jedem Fall im statistischen Vorteil.

NEBENNUMMERN

35 3 26 0 32 15 19
1-6=1 4-9=0 7-12=0 10-15=1 13-18=1 16-21=1  19-24=1 22-27=1  25-30=1 28-33=1 31-36=2 1_3-34_36=2“

Also ich versteh die Aussage nicht. Aber ich bin mir sicher, dass selbst wenn ich die Aussage verstehen würde, sie schwachsinnig wäre. Es gibt keinen statistischen Vorteil, und man kann beim Roulette langfristig nicht gewinnen. Da helfen auch keine Transversalen, Nebennummern und Tabellen mit Zahlen. Und deswegen kann ich dem Spielen in Casinos auch nichts abgewinnen. Was mich nicht abhält, ein bis zweimal pro Jahr doch hinzugehen: Dazu ist das Angebot, bei dem man für einen geringen Geldbetrag einen Willkommensdrink, Zugang zum „All you can eat“-Buffet, den Eintritt sowie ein paar Echtgeld-Chips erhält, einfach zu gut. Und den Spass hole ich mir dann nicht beim Zocken am Roulette-Tisch, sondern beim Beobachten der Leute am Roulette-Tisch.

Hast Du einen weiteren Tipp, über was ich in der Serie „Der Poker Profi geht fremd“ schreiben könnte? Dann hinterlass doch einen Kommentar – mir sind nämlich mit diesem dritten Teil gerade die Ideen ausgegangen!

Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #2

Im ersten Teil dieser Serie habe ich geschaut, was beliebter ist, Poker oder Casino? Diesen Teil hier widme ich der „Varianz“. Obwohl Varianz eigentlich die mathematische Berechnung der Streuung einer Zufallsvariable um ihren Erwartungswert ist, so verstehen Pokerspieler darunter doch etwas anderes: Schwankungen der Ergebnisse, insbesondere eine unerwartete Anhäufung von Verlusten.

Und um Verluste geht es auch beim beliebtesten Casino-Spiel, bei Roulette. Schliesslich spielt man gegen die Spielbank, und was der eine (der Spieler) verliert, gewinnt der andere (die Bank). Dabei ist Roulette ein recht faires Spiel: Der Vorteil der Bank liegt bei nur 1/37, wenn man auf die einfachen Chance wie rot, schwarz, gerade oder ungerade setzt.

Wenn Du die Roulette-Regeln nicht kennst: Bei Roulette gibt es 37 Felder mit den Zahlen von 1-36 (davon ist die Hälfte schwarz, die andere Hälfte rot) sowie einer grünen „0“. Setzt Du 10$ auf rot und fällt die Kugel auf eine rote Zahl, dann gewinnst Du 10$ (Du erhältst also 20$ zurück). Fällt die Kugel auf eine schwarze Zahl, dann ist Dein Einsatz weg. In einem von 37 Fällen fällt die Kugel auf die Null, in diesem Fall verlierst Du Deinen Einsatz, wenn Du auf eine einfache Chance gesetzt hast.

Varianz bei Poker

Ich habe auf meiner Poker Strategie Webseite ausführliche Analysen zur Varianz bei Poker (Sit and Go-Turniere und Heads-Up/Double or Nothing) veröffentlicht. Schauen wir uns deswegen die Resultate der Simulationen zur Varianz beim Glücksspiel Roulette an.

Varianz bei Roulette

Ich habe ein paar Simulationen zur Varianz bei Roulette laufen lassen. Dabei war die Ausgangslage immer dieselbe: Ein Spieler setzt 10$ auf eine einfache Chance (es ist egal ob das rot, schwarz, gerade Zahl oder ungerade Zahl ist). In 18 von 37 Fällen gewinnt er, in 19 von 37 Fällen verliert er. Sein Erwartungswert in Prozent des Einsatzes, sein ROI, beträgt also -1/37= -2.7%. Das ist übrigens deutlich besser als der ROI eines durchschnittlichen SNG-Spielers: Bei einem Rake von 10% beträgt dessen ROI -9.1%!

Bei einem Einsatz von 10$ verliert unser Roulette-Spieler also durchschnittlich 2.7% seines Einsatzes pro Runde, eine Teilnahme kostet ihn also 0.27$. Bei 1000 Roulette-Runden wären das also 270$ Verlust. Ich habe nun 10‘000 Simulationen laufen lassen, bei denen ein Spieler jeweils 1‘000 Einsätze tätigt. Im Schnitt macht er die errechneten 270$ Verlust. Im besten der 10‘000 Fälle hätte der Spieler aber auch fast 1‘000$ Gewinn (10% ROI) machen können. Und im schlechtesten Fall fast 1‘500$ Verlust (-15% ROI).

Wie sieht die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei Roulette aus? Bei 100 und 500 Einsätzen ergibt sich folgendes Bild:

Du siehst dass die Kurve selbst bei 500 Spielen noch sehr breit ist – im Sinne von „alles ist möglich“. Die Standardabweichungen (Quadratwurzel der Varianz) sehen wie folgt aus:

Lesebeispiel: Wenn ein Spieler 1‘000 mal auf rot setzt, dann sein ROI im Durchschnitt bei minus 2.7% liegen. Die Standardabweichung bei 1‘000 Spielen beträgt 3.2%. In 68% der Fälle, in denen er 1‘000 mal hintereinander spielt, wird er also einen ROI zwischen minus 5.9% und plus 0.4% erzielen. Daraus folgert sich, dass er in etwa einem Sechstel aller Durchgänge à 1‘000 Spiele sogar ein Plus verzeichnen wird. Und wer setzt schon 1‘000 mal im Roulette? An einem Abend schafft man vielleicht 100 Einsätze (grob geschätzt, hier hab ich keine Ahnung).

Was sagt uns das? Die Varianz beim Roulette ist gross. Es ist halt ein ziemlich faires Glücksspiel, bei dem man im Schnitt nur 2.7% seines Einsatzes verliert, wenn man auf die einfachen Chancen setzt. Das ist trügerisch: Es gibt dann Leute, die an einem Abend „Glück“ hatten (was sehr wohl möglich ist) und dann meinen, eine „Glückssträhne“ zu haben oder ein „Roulette-System“ entwickelt zu haben. Alles Schwachsinn natürlich – sie haben halt nur mal die positive Seite der Varianz erlebt!





Poker Tags: varianz

Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #1

Nach dem grandiosen Leser-Feedback auf meine Serie „25 User fragen – der Poker Profi antwortet“ (bisher haben sich zwei Besucher erbarmt, einen Kommentar zu hinterlassen…) bin ich TOP-motiviert, eine weitere Serie zu starten. Vielleicht erhalte ich dazu ja mehr Feedbacks (was ja nicht schwierig sein dürfte ;-)

Casino und online Poker sind miteinander sehr verwandte Industrien. Die eine dreht sich um Glückssspiele wie Roulette, Black Jack und Slots, die andere verdient ihr Geld mit einem Geschicklichkeitsspiel mit *einigen* Glücksspiel-Elementen. Die meisten online Pokerräume, mit Ausnahme von Stars und Full Tilt, bieten nebst Poker auch einen Bereich Casino an (in dem man seine hart erspielten $$$ gleich wieder verzocken kann). Gute online Casinos sind z.B. PartyCasino und Winner Casino – beides auch Pokerseiten. Auf der anderen Seite gibt es auch viele reine online Casinos, die dann aber nur das Glücksspiel Video Poker als einigermassen gemeinsamen Nenner haben. Und ja, und beide Industrien werden unter dem Oberbegriff „Online Gambling“ zusammengefasst.

Gründe genug also, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von online Casinos und online Poker näher anzuschauen. Im ersten Teil dieser Serie widme ich mich der Frage:

Was ist beliebter: Casino oder Poker?

Ich versuche dabei die Popularität der beiden Spiel-Industrien miteinander zu vergleichen. Zugegeben, die Auswahl der Kriterien basiert nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen. Aber zumindest sollte der Vergleich einen gewissen Unterhaltungswert bieten. Übrigens noch als Anmerkung: Es gibt eine Webseite, die versucht, möglichst alle Fragen zu beantworten, die Casinospiele betreffen; Du findest sie hier.

Anzahl Suchresultate bei Google.de

Vergleicht man die Anzahl Treffer bei Google.de nach den beiden Suchbegriffen, dann ergibt sich ein sehr ausgewogenes Bild mit einem kleinen Vorteil für Poker:

  • Casino: 111 Millionen Treffer
  • Poker: 112 Millionen Treffer

Somit steht es: Casino 0, Poker 1

Anzahl Suchresultate mit dem Wort „Blog“ bei Google.de

Sucht man nach Blogs, so ist es nicht erstaunlich, dass deutlich mehr Poker Blogs vorhanden sind. Kein Wunder, beim Pokern hat man zumindest eine faire Chance, Gewinn zu erzielen, im Gegensatz zu den reinen Glücksspielen. Und wer will schon darüber bloggen, wie er jedes Wochenende Geld verspielt?

„Casino Blog“: 324‘000 Treffer

“Poker Blog”: 586’000 Treffer

Zwischenstand: Casino 0, Poker 2

Google Insights for Search

Nach was wird häufiger gesucht? Das lässt sich mit Google Insights for Search herausfinden. Dabei ergibt sich folgendes Bild für die weltweite Suche nach den beiden Begriffen von 2004 bis Mitte 2010:

Möglicherweise wirst Du Dich jetzt fragen, was denn Ende 2006 los war, als die Suchabfragen bei Google nach „Casino“ diejenigen nach „Poker“ überstiegen. Sicher erinnerst Du Dich an den James Bond-Film „Casino Royale“ – der Film kam Ende 2006 ins Kino!

Zwischenstand: Casino 0, Poker 3

Google News Suche (im letzten Monat)

Als nächstes habe ich geschaut, wie häufig die Begriffe in der Google News Blogsuche vorkommen. Das Resultat ist ausgeglichen:

Casino: 20‘422 Treffer. Die Resultate enthalten aber viele Einträge, die gar nichts mit Casino zu tun haben, wie z.B. folgendes Resultat zeigt: „Der britische Schauspieler Daniel Craig, der durch seine Rolle des James Bond in den beiden Filmen Casino Royale zu Weltruhm kam“

Poker: 12‘517 Treffer, aber auch hier gibt es viele Treffer, die nichts mit Poker zu tun haben, wie z.B. „Fussballclub XY steigt in Poker um Spieler Z ein“ oder „Poker Face Sängerin Lady GaGa“.

Weil „Poker“ umgangssprachliche wohl häufiger genutzt wird als Casino und der Begriff sowieso hinten liegt, gebe ich hier mal einen Punkt für die Casinos.

Zwischenstand: Casino 1, Poker 3

Anzahl Bilder bei bing.com

Überraschung : Casino liegt auch hier vorne. Und zwar bei der Bilder-Suche bei Bing. Dort gibt es rund eine Million mehr Casino-Bilder als Poker-Bilder zu finden:

Casino: 6.22 Millionen Bilder

Poker: 5.03 Millionen Bilder

Zwischenstand: Casino 2, Poker 3

Alexa – meistbesuchte Webseiten

Alexa ist ein Dienst, der die Beliebtheit von Webseiten (nach Anzahl Besuchern weltweit) misst. Dabei ist Casino.com auf Platz 2‘009, während Poker.com erst auf Platz 67‘792 folgt. Diese Auswahl ist ziemlich willkürlich, denn die Casino-Seite gehört auch einem online Casino, während die Poker-Seite lediglich ein Poker-Portal ist.

Interessanter wird es, wenn man die beliebtesten Seiten überhaupt durchgeht. Nach längerem blättern fand ich schliesslich auf Platz 159 die erste Gambling-Domain: PartyPoker.

Zwischenstand: Casino 2, Poker 4

Anzahl Berufsspieler

Jetzt wird’s ungerecht: Da man als Spieler in Casinos mit legalen Mitteln nicht gewinnen kann, und ich als professionellen Spieler nur jemanden bezeichne, der mit seiner Profession (Beruf) auch Geld verdient, gibt es nach dieser Definition keinen einzigen Casino-Berufsspieler (was es mir nebenbei erspart, die Anzahl Poker-Berufsspieler zählen zu müssen).

Wir kommen somit zum Endstand: Casino 2, Poker 5. Poker ist also weltweit beliebter als Casino.

Im nächsten Blogbeitrag der Serie „Der Poker Profi geht fremd: Poker vs. Casino“ analysiere ich die Varianz beim Roulette und ziehe Parallelen zur Varianz beim Pokern. Abonniere doch den RSS-Feed um zu sehen, wann der Teil 2 live geht! Auf bald!