Monthly Archives: August 2010

Aussage von Dusty “Leatherass” Schmidt

Vielleicht hast Du schon mal von „Leatherass“ (Dusty Schmidt) gehört. Er hat kürzlich das Pokerbuch „Poker als Beruf“ veröffentlicht. Das Buch richtet sich an Pokerspieler, die online Poker als Beruf ausüben möchten.

„Leatherass“ spielt Cash Games und hat seit vier Jahren beim grössten Pokerraum der Welt, PokerStars, den höchsten VIP-Level inne: Supernova Elite (es gibt vielleicht ein Dutzend Deutsche, die Supernova Elite SNE sind).

Ich habe nun auf Pokernews.com dieses Interview mit ihm gelesen, das mich aufhorchen liess. Zuerst erzählt er, dass die Spiele 2007 softer (einfacher) waren als im 2010. Dafür gab es damals weniger Tische auf den hohen Limits. So gleicht es sich für ihn mehr als aus. Er schafft es jetzt mit 85 Stunden online Poker pro Monat, den SNE Status zu erhalten.

Aber das ist nicht das besondere am Interview. Auf die Frage, was er einem Spieler für Tipps hat, der SNE werden will, antwortet er: „Zuallererst, besorge Dir eine Flasche, in die Du urinieren kannst“. Er erklärt dann ausführlich, wie viele Hände er so zusätzlich spielen kann und wie viel Zeit er dank dieser Urinier-Flasche länger mit seiner Familie verbringen kann.

Endlich mal ein Profi, der „es“ zugibt. Und dabei ist es ja für Cash Game Spieler wie ihn viel einfacher, auszusetzen als wenn man Pokerturniere spielt (dort sind die Blinds meist viel viel grösser im Verhältnis zu den Stacks).

Ich verzichte jetzt auf eine Umfrage, wie ihr das handhabt ;-)

Chatroulette down

Ich hatte ja hier in meinem Blog berichtet, wie ich Chatroulette ausprobierte und versuchte, dieses für Marketing-Zwecke zu missbrauchen. Statt ein Bild von mir sahen die Chatter die Web-Adresse meiner englischsprachigen Pokerstrategie-Seite TournamentTerminator.com. Der Erfolg war im Verhältnis zum Aufwand extrem mässig, aber das Thema war für mich interessant. Es dauerte nicht lange, bis viele andere das ebenfalls missbrauchten (ich will damit nicht sagen, dass ich der Erste war, das war ich sicher nicht).

Jedenfalls hatte ich gestern ein paar Zugriffe mehr auf meinen Poker Blog – wegen Suchanfragen zum Thema „Chatroulette Alternative„. Warum, war mir beim Besuch von Chatroulette.com schnell klar:

Chatroulette geht nicht

Aktuell steht, seit über 24 Stunden, folgendes auf der Webseite des 17jährigen Russen:

Chatroulette Announcement

The experiment #1 is over now. Thanks for participating.Renewed and updated version of the website will be launched shortly.

Übersetzt: Ankündigung. Das Experiment Nummer 1 ist nun vorüber. Danke für die Teilnahme. Die erneuerte und aktualisierte Version der Webseite wird in Kürze online sein.

Chatroulette geht also nicht mehr – der Videochat ist offline. Mehr ist momentan nicht zu erfahren. Bin gespannt, was sich ändern wird. Was mich vor allem noch mehr erstaunt, ist, dass die Chatroulette Seite down ist. Normalerweise macht man es bei grösseren Webseiten so, dass man die alte Version erst ausschaltet, wenn die neue Live geht. So würde ich es zumindest machen, denn Chatroulette gehört zu den 2’500 meistbesuchten Webseiten weltweit! Zum Vergleich: meine Sit and Go Poker Strategie Seite gehört knapp zu der besten Million der meistbesuchten Seiten der Welt.

Was würde ich an Chatroulette ändern, wenn ich der Besitzer wäre? Ich würde das weiterführen, was der Besitzer teilweise bereits angetestet hat:

  • Chaträume nach Segmenten (Länder, Sprachen, Alter, Geschlecht und/oder eine Kombination davon (z.B. Männer aus Deutschland, die Frauen suchen -> Du kannst Dir sicher vorstellen, wie hoch der Männeranteil bei dieser Einstellung sein wird)
  • Bessere „Adult Filter“ einbauen. Dass Problem ist nicht neu, es gibt ja genügend Webseiten mit Videos für Erwachsene, die auch durch Kinder angeschaut werden können. Dennoch bietet hier Chatroulette eine neue Form der Interaktivität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Registrierung der beste Weg wäre, denn das kann ebenfalls gefakt werden und Chatroulette lebt ja von der Schnelligkeit und Einfachheit. Aber mittels wirksamer Report-Buttons (Missbrauch melden) könnte man hier Abhilfe schaffen (ich denke nicht dass der bisherige Report-Knopf F2 viel gebracht hat)
  • Mehr Werbung / bessere Monetarisierung der Seite (wenn man weltweit zu den Top 10’000 Webseiten gehört, dann sollte man davon leben können. Das zeigen Beispiele wie copyblogger.net oder problogger.net)

In dem Sinne – sind wir gespannt auf das Resultat des Chatroulette Updates.





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Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #3

Das ist bereits der dritte Teil meiner Fremdgeh-Serie. Wobei mit Fremdgehen nicht ein Seitensprung gemeint ist, sondern ein Blick über den Zaun in die andere grosse Gambling-Industrie, Casinos. Nach dem ersten Teil (Was ist beliebter, Poker oder Casino?) und dem zweiten Teil (Varianz bei Poker und Roulette) folgt nun im dritten Teil die Betrachtung einer typischen Casino-Seite.

Ich habe mir mal eine Webseite rausgesucht, die vergleichbar ist mit denjenigen, die ich aus der Pokerindustrie kenne. Meine Wahl ist auf CasinoSpielen.de gefallen, einer Webseite mit Angeboten zu allem, was man in einem Casino spielen kann. Dazu gehören natürlich online Black Jack, Roulette, Spielautomaten (die Web-Versionen der Einarmigen Banditen) und auch hierzulande (zumindest mir) weniger bekannte Spiele wie Craps, Baccarat oder Pai Gow.

Kurz bevor ich auf den Link zur Seite von CasinoSpielen.de gegangen bin, habe ich mir überlegt, wie wohl jemand auf einen solchen Namen kommen kann. Viel treffender wäre ja „Im-Casino-spielen.de“ oder noch besser: CasinoSpiele.de gewesen. Naja, letztere Domain ist schon seit 2002 reserviert, und wird leider immer noch nicht genutzt (respektive leitet zu einer Rechenzentrums-Firma um, die sich diese Domain wohl geschnappt hat). Da kam CasinoSpielen.de über drei Jahre zu spät. Naja egal, ich darf da nichts sagen, der Domainname für meine Sit and Go Poker Strategieseite ist rückwirkend betrachtet auch alles andere als der Knüller und ich würde heute anstelle einer reinen Sachbezeichnung eine Domain wählen, die das Potenzial hat, sich zu einer Marke zu entwickeln.

Aber zurück zur Casino-Seite. Als erstes fiel mir auf, dass praktisch jede Seite mindestens eine Tabelle mit Bonus-Angeboten enthält, wie z.B. diese Seite mit No Deposit Bonus Angeboten. Soweit also alles genau gleich wie bei online Pokerseiten ;-).

Dort  fiel mir dann weiter auf, dass ich keinen einzigen Namen aus der Top-5-Liste kannte. Ich hätte hier vermutet, dass die gleichen Namen, wie wir sie vom Poker her kennen, auf der Liste vertreten sind (Party, BWIN etc.). Dann ein Blick auf die Bonus-Angebote: Die variieren zwischen 20$, 25$, 30$ und …1500$ Bonus – eine rechte Spanne. Da frage ich mich dann schon, wer sich für 20$ anstelle von 1500$ entscheidet. Ansonsten ist die Tabelle gleich aufgebaut wie bei Pokerraum-Vergleichsseiten, mit Anbieter, Bewertung, Bonus in Prozent und in Dollar sowie Links zur Rezension und direkt zur Webseite des Casinos. Wie treffend die Bewertungen sind, kann ich als Aussenstehender nicht beurteilen. Anhand der Rezensionen sind diese allerdings nicht vollumfänglich nachzuvollziehen – dazu sind die Reviews zu kurz gefasst. Hier eine weitere Brücke zum online Poker: Wenn Du auf eine Seite mit Bewertungen von Pokerräumen stösst, und dort sind zehn Räume aufgelistet, aber PokerStars und Full Tilt Poker (die beiden Marktführer mit insgesamt 60% Marktanteil) fehlen auf den Podestplätzen (oder ganz auf der Liste), dann weisst Du, dass sich die Bewertung nur danach richtet, welche der Pokerseiten die höchste Provision bezahlt…

Natürlich fehlt auf der Casino-Seite auch nicht die „Strategie-Artikel“-Sektion. Wobei sich bei mir schon alleine beim Lesen von „Casino Strategie“ die Haut auf der Stirn runzelt. Wie soll man bei einem Spiel, dessen Spielregeln das Casino bevorteilen, Strategien anwenden?

Ein paar Möglichkeiten kommen mir spontan in den Sinn

  • Bankroll-Management („nur am Anfänger-Tisch spielen und immer nur den Mindestbetrag setzen, damit das Geld möglichst lange reicht“)
  • Verdoppelungs-Strategie (immer auf „rot“ setzen und wenn man verliert, den Einsatz verdoppeln; funktioniert in der Theorie, in der Praxis aber nicht mehr, weil man nur noch ca. 6x verdoppeln kann (die Roulette-Tische haben Mindest- und Maximaleinsätze, also nichts von „No Limit“))
  • Kartenzählen (beim Blackjack hat das früher geklappt, wenn man ein Top-Gedächtnis hatte; das geht heute nicht mehr, weil mit mehreren Kartendecks gespielt wird)
  • Jackpot-Rush (ich nenne das jetzt mal so, ich meine damit, dass man nur dort spielt, wo der Jackpot auf einen Betrag deutlich über dem Durchschnitt angewachsen ist)
  • Casinowhoring (Anleitung zum Freispielen von Bonus-Angeboten, kann je nach Angebot +EV sein)

in den Sinn. Es gibt dann tatsächlich nebst Regeln, Bankroll Management und Wahrscheinlichkeiten ein paar Strategie-Artikel, die ich allerdings mit Vorsicht geniessen würde. Oder was sagst Du zu diesem Satz aus Haralds Casino Blog-Eintrag mit dem Titel „Für den Profi“:

„Hier für den erfahrenen Profi die Verteilung der Transversale Simpel für alle Nebennummern, sowie Dichten und Transversale Simple für Finalen, Spiel 7/9, Spiel 3/4. Druckt euch diese Zahlenflut aus und nehmt sie als Unterstützung mit in das Casino. Beherzigt immer, wenn ihr mit den Gedanken des Croupiers spielt, befindet ihr euch auf jedem Fall im statistischen Vorteil.

NEBENNUMMERN

35 3 26 0 32 15 19
1-6=1 4-9=0 7-12=0 10-15=1 13-18=1 16-21=1  19-24=1 22-27=1  25-30=1 28-33=1 31-36=2 1_3-34_36=2“

Also ich versteh die Aussage nicht. Aber ich bin mir sicher, dass selbst wenn ich die Aussage verstehen würde, sie schwachsinnig wäre. Es gibt keinen statistischen Vorteil, und man kann beim Roulette langfristig nicht gewinnen. Da helfen auch keine Transversalen, Nebennummern und Tabellen mit Zahlen. Und deswegen kann ich dem Spielen in Casinos auch nichts abgewinnen. Was mich nicht abhält, ein bis zweimal pro Jahr doch hinzugehen: Dazu ist das Angebot, bei dem man für einen geringen Geldbetrag einen Willkommensdrink, Zugang zum „All you can eat“-Buffet, den Eintritt sowie ein paar Echtgeld-Chips erhält, einfach zu gut. Und den Spass hole ich mir dann nicht beim Zocken am Roulette-Tisch, sondern beim Beobachten der Leute am Roulette-Tisch.

Hast Du einen weiteren Tipp, über was ich in der Serie „Der Poker Profi geht fremd“ schreiben könnte? Dann hinterlass doch einen Kommentar – mir sind nämlich mit diesem dritten Teil gerade die Ideen ausgegangen!

Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #2

Im ersten Teil dieser Serie habe ich geschaut, was beliebter ist, Poker oder Casino? Diesen Teil hier widme ich der „Varianz“. Obwohl Varianz eigentlich die mathematische Berechnung der Streuung einer Zufallsvariable um ihren Erwartungswert ist, so verstehen Pokerspieler darunter doch etwas anderes: Schwankungen der Ergebnisse, insbesondere eine unerwartete Anhäufung von Verlusten.

Und um Verluste geht es auch beim beliebtesten Casino-Spiel, bei Roulette. Schliesslich spielt man gegen die Spielbank, und was der eine (der Spieler) verliert, gewinnt der andere (die Bank). Dabei ist Roulette ein recht faires Spiel: Der Vorteil der Bank liegt bei nur 1/37, wenn man auf die einfachen Chance wie rot, schwarz, gerade oder ungerade setzt.

Wenn Du die Roulette-Regeln nicht kennst: Bei Roulette gibt es 37 Felder mit den Zahlen von 1-36 (davon ist die Hälfte schwarz, die andere Hälfte rot) sowie einer grünen „0“. Setzt Du 10$ auf rot und fällt die Kugel auf eine rote Zahl, dann gewinnst Du 10$ (Du erhältst also 20$ zurück). Fällt die Kugel auf eine schwarze Zahl, dann ist Dein Einsatz weg. In einem von 37 Fällen fällt die Kugel auf die Null, in diesem Fall verlierst Du Deinen Einsatz, wenn Du auf eine einfache Chance gesetzt hast.

Varianz bei Poker

Ich habe auf meiner Poker Strategie Webseite ausführliche Analysen zur Varianz bei Poker (Sit and Go-Turniere und Heads-Up/Double or Nothing) veröffentlicht. Schauen wir uns deswegen die Resultate der Simulationen zur Varianz beim Glücksspiel Roulette an.

Varianz bei Roulette

Ich habe ein paar Simulationen zur Varianz bei Roulette laufen lassen. Dabei war die Ausgangslage immer dieselbe: Ein Spieler setzt 10$ auf eine einfache Chance (es ist egal ob das rot, schwarz, gerade Zahl oder ungerade Zahl ist). In 18 von 37 Fällen gewinnt er, in 19 von 37 Fällen verliert er. Sein Erwartungswert in Prozent des Einsatzes, sein ROI, beträgt also -1/37= -2.7%. Das ist übrigens deutlich besser als der ROI eines durchschnittlichen SNG-Spielers: Bei einem Rake von 10% beträgt dessen ROI -9.1%!

Bei einem Einsatz von 10$ verliert unser Roulette-Spieler also durchschnittlich 2.7% seines Einsatzes pro Runde, eine Teilnahme kostet ihn also 0.27$. Bei 1000 Roulette-Runden wären das also 270$ Verlust. Ich habe nun 10‘000 Simulationen laufen lassen, bei denen ein Spieler jeweils 1‘000 Einsätze tätigt. Im Schnitt macht er die errechneten 270$ Verlust. Im besten der 10‘000 Fälle hätte der Spieler aber auch fast 1‘000$ Gewinn (10% ROI) machen können. Und im schlechtesten Fall fast 1‘500$ Verlust (-15% ROI).

Wie sieht die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei Roulette aus? Bei 100 und 500 Einsätzen ergibt sich folgendes Bild:

Du siehst dass die Kurve selbst bei 500 Spielen noch sehr breit ist – im Sinne von „alles ist möglich“. Die Standardabweichungen (Quadratwurzel der Varianz) sehen wie folgt aus:

Lesebeispiel: Wenn ein Spieler 1‘000 mal auf rot setzt, dann sein ROI im Durchschnitt bei minus 2.7% liegen. Die Standardabweichung bei 1‘000 Spielen beträgt 3.2%. In 68% der Fälle, in denen er 1‘000 mal hintereinander spielt, wird er also einen ROI zwischen minus 5.9% und plus 0.4% erzielen. Daraus folgert sich, dass er in etwa einem Sechstel aller Durchgänge à 1‘000 Spiele sogar ein Plus verzeichnen wird. Und wer setzt schon 1‘000 mal im Roulette? An einem Abend schafft man vielleicht 100 Einsätze (grob geschätzt, hier hab ich keine Ahnung).

Was sagt uns das? Die Varianz beim Roulette ist gross. Es ist halt ein ziemlich faires Glücksspiel, bei dem man im Schnitt nur 2.7% seines Einsatzes verliert, wenn man auf die einfachen Chancen setzt. Das ist trügerisch: Es gibt dann Leute, die an einem Abend „Glück“ hatten (was sehr wohl möglich ist) und dann meinen, eine „Glückssträhne“ zu haben oder ein „Roulette-System“ entwickelt zu haben. Alles Schwachsinn natürlich – sie haben halt nur mal die positive Seite der Varianz erlebt!





Poker Tags: varianz

Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #1

Nach dem grandiosen Leser-Feedback auf meine Serie „25 User fragen – der Poker Profi antwortet“ (bisher haben sich zwei Besucher erbarmt, einen Kommentar zu hinterlassen…) bin ich TOP-motiviert, eine weitere Serie zu starten. Vielleicht erhalte ich dazu ja mehr Feedbacks (was ja nicht schwierig sein dürfte ;-)

Casino und online Poker sind miteinander sehr verwandte Industrien. Die eine dreht sich um Glückssspiele wie Roulette, Black Jack und Slots, die andere verdient ihr Geld mit einem Geschicklichkeitsspiel mit *einigen* Glücksspiel-Elementen. Die meisten online Pokerräume, mit Ausnahme von Stars und Full Tilt, bieten nebst Poker auch einen Bereich Casino an (in dem man seine hart erspielten $$$ gleich wieder verzocken kann). Gute online Casinos sind z.B. PartyCasino und Winner Casino – beides auch Pokerseiten. Auf der anderen Seite gibt es auch viele reine online Casinos, die dann aber nur das Glücksspiel Video Poker als einigermassen gemeinsamen Nenner haben. Und ja, und beide Industrien werden unter dem Oberbegriff „Online Gambling“ zusammengefasst.

Gründe genug also, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von online Casinos und online Poker näher anzuschauen. Im ersten Teil dieser Serie widme ich mich der Frage:

Was ist beliebter: Casino oder Poker?

Ich versuche dabei die Popularität der beiden Spiel-Industrien miteinander zu vergleichen. Zugegeben, die Auswahl der Kriterien basiert nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen. Aber zumindest sollte der Vergleich einen gewissen Unterhaltungswert bieten. Übrigens noch als Anmerkung: Es gibt eine Webseite, die versucht, möglichst alle Fragen zu beantworten, die Casinospiele betreffen; Du findest sie hier.

Anzahl Suchresultate bei Google.de

Vergleicht man die Anzahl Treffer bei Google.de nach den beiden Suchbegriffen, dann ergibt sich ein sehr ausgewogenes Bild mit einem kleinen Vorteil für Poker:

  • Casino: 111 Millionen Treffer
  • Poker: 112 Millionen Treffer

Somit steht es: Casino 0, Poker 1

Anzahl Suchresultate mit dem Wort „Blog“ bei Google.de

Sucht man nach Blogs, so ist es nicht erstaunlich, dass deutlich mehr Poker Blogs vorhanden sind. Kein Wunder, beim Pokern hat man zumindest eine faire Chance, Gewinn zu erzielen, im Gegensatz zu den reinen Glücksspielen. Und wer will schon darüber bloggen, wie er jedes Wochenende Geld verspielt?

„Casino Blog“: 324‘000 Treffer

“Poker Blog”: 586’000 Treffer

Zwischenstand: Casino 0, Poker 2

Google Insights for Search

Nach was wird häufiger gesucht? Das lässt sich mit Google Insights for Search herausfinden. Dabei ergibt sich folgendes Bild für die weltweite Suche nach den beiden Begriffen von 2004 bis Mitte 2010:

Möglicherweise wirst Du Dich jetzt fragen, was denn Ende 2006 los war, als die Suchabfragen bei Google nach „Casino“ diejenigen nach „Poker“ überstiegen. Sicher erinnerst Du Dich an den James Bond-Film „Casino Royale“ – der Film kam Ende 2006 ins Kino!

Zwischenstand: Casino 0, Poker 3

Google News Suche (im letzten Monat)

Als nächstes habe ich geschaut, wie häufig die Begriffe in der Google News Blogsuche vorkommen. Das Resultat ist ausgeglichen:

Casino: 20‘422 Treffer. Die Resultate enthalten aber viele Einträge, die gar nichts mit Casino zu tun haben, wie z.B. folgendes Resultat zeigt: „Der britische Schauspieler Daniel Craig, der durch seine Rolle des James Bond in den beiden Filmen Casino Royale zu Weltruhm kam“

Poker: 12‘517 Treffer, aber auch hier gibt es viele Treffer, die nichts mit Poker zu tun haben, wie z.B. „Fussballclub XY steigt in Poker um Spieler Z ein“ oder „Poker Face Sängerin Lady GaGa“.

Weil „Poker“ umgangssprachliche wohl häufiger genutzt wird als Casino und der Begriff sowieso hinten liegt, gebe ich hier mal einen Punkt für die Casinos.

Zwischenstand: Casino 1, Poker 3

Anzahl Bilder bei bing.com

Überraschung : Casino liegt auch hier vorne. Und zwar bei der Bilder-Suche bei Bing. Dort gibt es rund eine Million mehr Casino-Bilder als Poker-Bilder zu finden:

Casino: 6.22 Millionen Bilder

Poker: 5.03 Millionen Bilder

Zwischenstand: Casino 2, Poker 3

Alexa – meistbesuchte Webseiten

Alexa ist ein Dienst, der die Beliebtheit von Webseiten (nach Anzahl Besuchern weltweit) misst. Dabei ist Casino.com auf Platz 2‘009, während Poker.com erst auf Platz 67‘792 folgt. Diese Auswahl ist ziemlich willkürlich, denn die Casino-Seite gehört auch einem online Casino, während die Poker-Seite lediglich ein Poker-Portal ist.

Interessanter wird es, wenn man die beliebtesten Seiten überhaupt durchgeht. Nach längerem blättern fand ich schliesslich auf Platz 159 die erste Gambling-Domain: PartyPoker.

Zwischenstand: Casino 2, Poker 4

Anzahl Berufsspieler

Jetzt wird’s ungerecht: Da man als Spieler in Casinos mit legalen Mitteln nicht gewinnen kann, und ich als professionellen Spieler nur jemanden bezeichne, der mit seiner Profession (Beruf) auch Geld verdient, gibt es nach dieser Definition keinen einzigen Casino-Berufsspieler (was es mir nebenbei erspart, die Anzahl Poker-Berufsspieler zählen zu müssen).

Wir kommen somit zum Endstand: Casino 2, Poker 5. Poker ist also weltweit beliebter als Casino.

Im nächsten Blogbeitrag der Serie „Der Poker Profi geht fremd: Poker vs. Casino“ analysiere ich die Varianz beim Roulette und ziehe Parallelen zur Varianz beim Pokern. Abonniere doch den RSS-Feed um zu sehen, wann der Teil 2 live geht! Auf bald!

25 User fragen – der Poker Profi antwortet (3/3)

Hier also der dritte und letzte Teil der Serie „User Fragen, der Poker Profi antwortet“. Die beiden anderen Artikel findest Du hier:

Wer die ersten beiden Teile nicht gelesen hat: Ich habe mittels der Stats von Google Analytics die besonders interessanten Suchanfragen herausgesucht, die Personen bei Google eingetippt haben und damit auf meinem Poker Profi Blog gelandet sind.

16. lonht es sich heute zu tage geld in eine onlinepoker seite zu investieren
Mir ist nicht klar, ob diese Person sich an einem Pokeranbieter beteiligen wollte, oder ob er ein Investment wie z.B. einen Anteil von meinem Blog kaufen wollte. Letzteres lohnt sich mit ziemlicher Sicherheit nicht :(
Und Pokeranbieter… puh, die beiden grössten Anbieter veröffentlichen keine Geschäftszahlen. Und der Nummer drei, PartyPoker, ist es auch schon besser gegangen. Und die nächstfolgenden Anbieter sind alle in Pokernetzwerken zusammengeschlossen. Das ist gut, denn nur so kommen sie auf genügend Spieler, um genügend Action zu bieten. Aber dadurch wird die Marge relativ dünn sein. Kommt hinzu, dass die Rechtslage in den meisten Ländern unklar ist.  Ich persönlich würde nicht in einen Pokeranbieter investieren.

17. meine blog gleich im internet erstellen kostenlos 100% free auf leben zeit
Ja, da möchte einer alles gratis haben und das auch noch garantiert bis zum Lebensende. Kostenlose Blogs kann man innert Minuten bei Anbietern wie www.blogger.com oder www.wordpress.com erstellen. Nachteil ist halt, dass die Domain dann auf deren Adresse endet. Bei mir hätte das z.B. derpokerprofi.wordpress.com ergeben. Insbesondere WordPress.com ist sicher eine sehr gute Wahl für einen kostenlosen Blog. Wer aber etwas grössere Ambitionen hat, der sollte von Beginn weg einen Blog mit eigenem Domainnamen erstellen. Ganz einfach und für weniger als 100$ pro Jahr geht das z.B. bei Bluehost.

18. pokerbots für bwin und von einem anderen Suchenden programm für bwin poker zum cheaten
Hm, wieder einer, der seine Energie statt aufs verbessern des eigenen Spiels für die Suche nach Lücken im System verwendet. Ich gebe es zu, ich habe auch schon danach gegooglet. Ohne vertiefte Programmierkenntnisse kann man sich aber die Arbeit sparen. Man muss nicht nur die Karten und Chipbestände einlesen und dafür Handlungsregeln erstellen, sondern es auch schaffen, dass der Bot nicht entdeckt wird. Sonst ist es dann schnell vorbei mit dem cheaten.

19. wann ist man beim poker ein losing player
Losing Player kommt vom Wort „lose“, verlieren. Wer am Ende eines Monats oder am Ende eines Jahres weniger Geld auf dem Pokerkonto hat, als er einbezahlt hat, ist ein losing Player. Wobei die Varianz beim Pokern ja sehr gross ist. Wer also nicht mindestens 1000 SnG’s gespielt hat, kann nicht mit genügender Sicherheit sagen, ob er wirklich ein Verlierer ist, oder ob er einfach Pech hatte. Lies hier mehr zum Thema Varianz bei Sit and Go.

20. warum sieht man die italienischen poker profis nicht in der lobby
Diese Frage ist einfach zu beantworten. Die Italiener dürfen nur gegen Italiener spielen. Poker ist zwar nun legal in Italien, dafür sind macht Väterchen Staat die hohle Hand und verlangt Steuern auf den Buy-Ins bei Turnieren. Insgesamt keine gute Entwicklung, meiner Meinung nach. Es gibt jetzt schon nur wenige Pokerräume, an denen man auf mittleren Limits noch 10tabling betreiben kann. Wenn nun Länder anfangen, die Pokermärkte abzuschotten, dann gibt es viel weniger Pokerspieler, gegen die man spielen kann. Ich hätte Poker legalisiert, indem ich auf den Einzahlungen eine Steuer erhoben hätte. Wäre viel einfacher gewesen und die Turniere selbst wären einfacher zu schlagen als mit dem noch viel höheren Rake.

21. warum wird man in turnieren bei partypoker immer zum bigstack gesetzt wenn man viele chips hat
Ich bin nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Offenbar meint der Pokerspieler, dass die Big Stacks bei MTTs, wenn ein Tisch aufgelöst wird, zueinander gesetzt werden? Oder meinte er mit Bigstack den Big Blind? Ich bin sicher, dass er hier im Blog die Antwort nicht gefunden hat – ich weiss Sie nämlich auch nicht, da ich bei Party nur SnG’s und keine MTT’s spiele.

22. was ist besser große straße odr flush
Aha, ein Poker-Anfänger war hier auf der Suche nach einer Antwort. Am besten einfach mal hier die Reihenfolge der Poker Blätter nachschlagen, dann sieht man, dass das Flush besser als die Strasse ist. Und übrigens: Es gibt keine „grosse“ Strasse; bei Texas Hold’em besteht die Strasse immer aus fünf Karten.

23. wenn ich von einem buch mit 325 seiten 90 gelesen habe wieviel prozent sind das
Das ist ein weiterer Heuler. Offenbar wurde meine Seite gefunden, weil ich öfters vom Bonus bei der Poker-Seite PartyPoker (Bonus Code POKERPROFI) von 325 Euro gesprochen habe. Leider kann ich dieses Suchresultat nicht mehr replizieren, mein Blog wird mit dem obigen Satz nicht mehr bei Google angezeigt. Aber sieht so aus, als ob die Person erst gerade das Prozentrechnen gelernt hat. Die Lösung lautet: 90/325 x 100% = 27.69%.

24. wo kommen bei gleicher anzahl gespielter hände bad beats häufiger vor ?
Ich würde mal sagen, dass Bad Beats bei jedem Pokerraum gleich häufig vorkommen. Sonst wäre ja online Poker rigged, und das ist es sicher nicht!

25. zwei flash, welcher gewinnt poker
Für diese Suchanfrage bin ich aktuell auf Platz 1 bei Google.de. Wie alle anderen Anfragen wurde diese aber nur ein einziges Mal eingetippt. Kein Wunder, denn die meisten Pokerspieler wissen, dass man Flush und nicht Flash schreibt. Und dass derjenige gewinnt, der das höhere Flush hat, und dass der Pot geteilt wird, wenn beide Spieler die gleichen fünf Karten fürs Flush halten. Und warum mein Blog bei Google dafür angezeigt wird? Weil ich einen 1. April-Scherz zu „Flash Poker“ veröffentlicht habe!

Dir hat diese Serie gefallen? Dann schreib doch jetzt rasch einen Kommentar und ich werde weitere Teile folgen lassen.