Monthly Archives: Juni 2010
Auf und ab bei Party Sit’n Go’s
Ich spiele ja momentan nicht mehr sehr viel Poker, aber hier mal wieder ein Update dazu, schliesslich ist das ja ein Poker Blog!
Ich pokere meist so 1.5h bis 2h lang auf den Party Poker SNG’s von 11$ bis 33$. Leider gibt es aktuell nicht enorm viel Traffic auf Party, weswegen ich in den ersten 15 Minuten viele Speed SNG’s (statt den von mir bevorzugten Regular SNG’s) öffne, um rasch auf 12-15 Tische zu kommen. Und auf den Speeds ist mein erwarteter ROI deutlich tiefer – und damit die Varianz (und ich meine hier mit Varianz das, was Pokerspieler darunter verstehen: Schwankungen der Resultate nach unten) deutlich höher. Natürlich wäre es jetzt zu einfach, nur den Speed SNG’s bei Party die Schuld zu geben, dass es gerade nicht besonders gut läuft. Ich werde auf alle Fälle die gespielten Hände mal mit dem SNG Wizard analysieren müssen – da gibt es sicher Verbesserungspotenzial. Wenn es dabei typische Spots gibt, in denen ich schlecht spielte, kann ich sie ja dann posten.
Das auf und ab am Ende des Graphen zeigt die Schwankungen die ich in meinen letzten drei Sessions erlebte: Jeweils in ca. 20 Turnieren ca. 150$ down, dann 150$ up, und gestern wieder 150$ down, das entspricht Schwankungen von ca. 12 Buy-Ins nach unten und nach oben.

Gemäss meiner Bankroll auf Party bin ich damit wieder bei 2’000$ (die Differenz zum Graphen entspricht den Bonus-Angeboten die ich holte plus wohl Messfehlern von Sharkscope…). In der Summe ein Up von 1’500$ in 6 Monaten, sowie mittlerweile eine Break-Even Phase von 300 Sit and Go’s. Etwas frustrierend und vor allem deutlich zu wenig, um davon zu leben. Aber ich pokere ja auch nicht genug, um das als meinen Lebensunterhalt zu bezeichnen ;-)
Online Poker: Umsatz weltweit – wie viel Geld ist im Spiel?
Ehrlich gesagt, ich schreibe nicht immer gerne Artikel. Gerade auf meiner Webseite mit Poker-Tipps und Bonus Codes für SnG/Turnierspieler gab es ein paar Artikel, die ich einfach schrieb, weil ich sie schreiben „musste“ – sie gehören einfach auf eine Pokerstrategie-Webseite. Und ich hab nicht jeden Tag Lust, Artikel zu schreiben, „muss“ es aber tun, um auf meinen Seiten irgendwann genügend Besucher und letztendlich auch genügend Umsatz zu generieren.
Dann gibt es aber auch Artikel, die schreibe ich wahnsinnig gerne. Meistens sind das Artikel, die es sonst in dieser Form nirgends im Internet gibt (ähem ich weiss, etwas grosse Worte für einen kleinen Blogger ;-). Meine Lieblings-Artikel in diesem Blog habe ich ja hier aus Anlass zum 100. Post bereits erwähnt. Darunter ist auch einer, bei dem ich den Sieger eines PokerStars Sunday Million Turniers näher analysierte – ist der Typ wirklich so gut oder hatte er nur Glück?
Es bereitet mir sehr viel Spass, schwierige Themen aufzuarbeiten, insbesondere wenn es darin auch einige Zahlen zu analysieren gibt und wenn ich das Gefühl habe, damit „Wissen“ und „Mehrwert“ zu schaffen. Und darum ging es auch bei meiner Analyse zum Thema „Weltweiter Pokermarkt nach Ländern, Grösse, Anzahl Spieler, Fischen„, den ich kürzlich veröffentlichte.
Worldwide Online Poker Revenues (Umsatz) 2010
Wahrscheinlich interessiert es Dich nicht unbedingt so brennend, und es bringt Dir auch wenig Mehrwert, wenn Du weisst, wie gross der weltweite Pokermarkt 2010 nach Umsatz insgesamt ist. Aber gib mal eine Schätzung ab und lies weiter, wie ich meine Schätzung hergeleitet habe.
Es gibt keine verlässlichen Zahlen, wie viel Dollars weltweit jährlich im Gambling- oder Online Poker-Bereich umgesetzt werden. Beim googeln bin ich auf ein paar Zahlen gestossen, aber nirgends war erklärt, wie diese geschätzt wurden. Zeit, selbst eine (hoffentlich genauere) Schätzung abzugeben ;-) Ich schätze den Umsatz 2010 im Online Poker auf 3.7 Mrd. US-Dollar. Ob ich richtig liege oder nicht – wir werden es nie wissen. Die beiden grössten Pokeranbieter, Stars und FTP, sind beide in privater Hand und veröffentlichen keine Zahlen. Der grösste börsenkotierte Pokerraum ist PartyPoker, der aber nur ca. 6% Marktanteil hat. Ich bin also wie folgt vorgegangen:
Gemäss PokterTableRatings betrug der kumulierte Verlust vom 01.01.2010 bis 11.06.2010 bei Cash Games auf Full Tilt Poker und Party Poker 202.4M USD. Was die Pokerspieler verlieren, gewinnen die Pokerräume. Deren Umsatz (nur der Rake, nicht die Einsätze am Tisch) betrug also 202.4M USD. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt dies 456M USD. Die beiden Pokerseiten haben gemäss PokerScout einen Marktanteil von 26% bei den Cash Games. Der weltweite Markt für Cash Games beträgt also ca. 1’730M USD. Jetzt noch die Frage, wie gross denn der restliche Pokermarkt (insbesondere für Sit and Go und Multi-Table Turniere) ist. Dazu hilft ein Blick in die von PartyPoker publizierten Geschäftszahlen. Party erzielte im 2009 einen Poker-Umsatz von 196.7M USD. Weil Party rund 4x kleiner als FTP ist (gemäss PokerScout), beträgt der Jahresumsatz von Party mit Cash Games also rund 92M USD. Ergo muss der restliche Betrag, 104.7M USD, aus anderen Pokervarianten, vornehmlich Turnieren, stammen. Wir können also grob sagen, dass Cash Games knapp die Hälfte (genauer: 47%) des gesamten Pokerumsatzes ausmachen. 100/47 x 1’730 ergibt knapp 3.7 Milliarden US-$.
Übrigens: PokerStars ist der grösste Pokerraum weltweit mit 40% Marktanteil. Die Kollegen dort müssen also rund 1.5 Mrd. USD jährlich mit Online Poker umsetzten – gewiss kein schlechtes Geschäft. Da reicht dann auch die Portokasse, um Ex-Tennis-Profis wie Boris Becker zu sponsern!
Poker Tags: full tilt umsatz
Es ist soweit: Neues Design beim Poker Profi Blog
Als ich diesen Blog im September 2009 startete, habe ich mich fürs günstiges Webhosting bei Bluehost entschieden und dort einfach per Knopfdruck die kostenlose Blogging-Software „WordPress“ installiert. Bei WordPress gibt es über 1’000 „Themes“, grafische Oberflächen. Ich kann also „praktisch“ auf Knopfdruck das Aussehen dieses Blogs verändern. Praktisch in Anführungszeichen, weil schlussendlich jede Theme ihre Eigenheiten hat, und es dann doch eine Stunde (oder eine Nachtschicht ;-) lang dauert, bis alles fast alles so dargestellt ist, wie man es gerne hätte.
Das bisherige Design war zwar brauchbar, aber ich war damit nie wirklich glücklich. Ich hatte deswegen auch diese Umfrage gestartet, ob Du als Leser ein neues Design wünschst. Das Resultat mit über 60% „Ja für ein neues Design“-Stimmen kam mir somit gelegen…
Ich habe mich nun für die kostenlose „Modern Style“ Theme entschieden. Das heisst nicht, dass ich 100% überzeugt bin (das bin ich fast nie), aber ich hoffe, dass Dir das neue Design ebenfalls besser gefällt als mir!
Ach ja, und ich habe 80% der Werbung auf der rechten Seite gelöscht. Es bringt meiner Meinung nach nichts, wegen ein paar Cents die Experience bei 99.9% der User (die die Werbung ignorieren) Minuspunkte zu holen.
100 Posts im Der Poker Profi Blog: Ein Rückblick
Eigentlich wollte ich ja einen Blogeintrag mit dem Titel „100. Post“ schreiben, aber dann kamen mir die Deutsche Meisterschaft im Strippoker und das Schweizer Verbot von Pokerturnieren in die Quere und wurde meine 100. und 101. Posts. Jetzt schreib ich halt im 101. Blogbeitrag einen Rückblick auf die ersten 100 Posts, die ich hier auf „Der Poker Profi – Poker Blog“ bisher veröffentlicht habe. Wer ganz weit zurückblättert sieht, dass ich am 12.09.2009 meinen ersten Blogeintrag veröffentlicht habe. Das heisst, dass ich bisher rund alle 2.6 Tage einen Blogpost verfasst habe. Seit zwei Monaten habe ich jedoch die Frequenz langsam gesenkt, ich bin mittlerweile bei einem Post alle fünf Tage angekommen. Ich denke, dass ein Blog mindestens einmal pro Woche aktualisiert werden sollte – viel Spielraum gegen hinten habe ich also nicht mehr ;-)
Es gibt ja Blogs, die schon seit vielen Jahren aktiv sind. Denen stehen viel mehr Blogs gegenüber, die mit grossem Enthusiasmus begonnen wurden, dann aber schnell (innert 1 bis 3 Monaten) wieder aufgegeben wurden. Enthusiasmus und Begeisterung alleine genügend nicht – man benötigt auch eine Portion Durchhaltewillen und Freude am Schreiben.
Durchhaltewillen als Pokerspieler / Blogger
Der Durchhaltewillen ist nicht nur als Pokerspieler (Stichwort Downswing und Varianz), sondern auch als Blogger gefragt, weil man Anfangs fast nur für sich schreibt. Es dauert eine Weile, bis man bei Google oder anderen Quellen gefunden und dann auch besucht und gelesen wird. Bei mir dauerte es fast einen Monat, bis ich erstmals 10 Besucher an einem Tag verzeichnen konnte und rund zwei Monate, bis ich die Marke von 10 Besuchern/Tag dauerhaft überschritt (8 Wochen nach Blogstart hatte ich letztmals unter 10 Unique Visitors an einem Tag). Nebst dem Messen von Besuchern sind die Kommentare das wertvollste Mittel, um Feedback und Bestätigung zu erhalten, dass Posts überhaupt gelesen werden. Ich möchte mich hier bei allen, die schon einmal einen Kommentar hier im Poker Profi Blog verfasst haben, herzlich bedanken! Das Kommentieren ist ganz einfach – einfach auf „Comments“ drücken, Name eingeben (kann auch ein Fantasiename sein), E-Mail Adresse angeben (kann ebenfalls eine fiktive Adresse sein) und den Kommentar veröffentlichen. Vor der Veröffentlichung muss ich den Kommentar dann erst noch manuell freigeben – dies geschieht aber nur einmal pro verwendete Mailadresse und dient dem Schutz vor Blog-Spam.
Also nur zu, wenn Du etwas gut oder weniger gut findest – ich freue mich über jeden Kommentar!
Freude und Spass am Schreiben als Poker Blogger
Ganz wichtig ist es, auch Spass am Schreiben und am Thema (bei mir natürlich Poker) zu haben. Spass haben ist sehr wichtig, schliesslich mache ich das ja freiwillig. Und wenn ich zurückblicke, dann waren auch Posts, die eine gewisse geistige Herausforderung darstellten, diejenigen die mir am meisten Freude bereiteten. Unter Herausforderung verstehe ich, dass sie nicht innert Minuten schnell hingeklatscht waren, sondern ich mehrere Stunden Zeit und auch etwas Grips investieren musste, um sie zu verfassen. Ich denke aber, dass gerade die Blog Posts mit Hintergrundinformationen und Analysen diejenigen sind, die einen Mehrwert für Dich als Leser darstellen. Ich zeige Dir hier im Rückblick die Posts, die mir am meisten „Spass“ bereitet haben und die, die grösste Herausforderung für mich waren.
Meine 2 x 3 Favoriten der letzten 100 Posts
3 witzige Spass-Blog Posts
Der Beweis: Online Poker ist rigged: Der grafische Beweis, dass es auch im Online Poker nicht immer mit rechten Dingen zu und her geht!
PokerStars lanciert Flash Poker: Mei, da hatte ich Spass daran. Passend für den ersten April habe ich mir eine gefakte News-Mitteilung ausgedacht – PokerStars reagiert auf Full Tilt Pokers Rush Poker mit einer neuen Pokervariante, bei der Flushs eine wichtige Rolle spielen. Ich ging sogar soweit, Strategien für diese fiktive Pokervariante zu veröffentlichen. Und tatsächlich sind Leser darauf hereingefallen ;-)
Ein Tag im Leben eines Poker Profis: Dieser Post hat mir wahrscheinlich selbst mehr Spass bereitet als dem durchschnittlichen Leser hier… Leider kommen die Witze nicht so gut an, weil man die Bilder sieht, bevor man den Text fertig gelesen hat. Ich habe u.a. deswegen auch noch eine PowerPoint Slideshow daraus gemacht, wo die Pointen viel besser ankommen. Hier kannst Du das witzige Poker PowerPoint Dokument (als PDF) herunterladen.
3 herausfordernde Poker Blogposts mit Mehrwert
Marktanteile Online Poker Deutschland: Es ist gar nicht so einfach, Marktanteile in einer Industrie wie dem Online Poker abzuschätzen. Die beiden grössten Anbieter PokerStars und Full Tilt Poker veröffentlichen keine Geschäftszahlen, und Party Poker als Nummer 3 veröffentlicht nur die Poker-Kundenzahlen weltweit, aber nicht für Deutschland. Ich habe deswegen mit ein paar Tricks und Kniffen versucht, die relativen Marktanteile der vier grössten unabhängigen Pokerräume abzuschätzen – unter anderem indem ich die Anzahl Forum-Posts je Pokerraum gemessen habe.
Schweizer gewinnt PokerStars Sunday Million für 1.14 Millionen: Michael “RichieRichZH” Friedrich wurde über Nacht zum Millionär, indem er das grosse wöchentliche Online Pokerturnier auf Stars, die Sunday Million, gewann. Um gegen über 36‘000 Teilnehmer erfolgreich zu sein, benötigt man nebst einem kühlen Kopf auch eine sehr grosse Portion Glück. Ich habe mir die Zeit genommen, zu analysieren, ob denn RichieRichZH wirklich ein guter Pokerspieler ist, oder ob er vor allem Glück hatte. Mein Fazit war: Er ist ein Losing Player auf den Sit and Go’s (spielt zu hohe Limits für sein mässiges „Können“) und er ist ein marginaler Gewinner bei Multi Table Turnieren (MTT) mit einem ROI von 1%. Ich las Interviews von RichieRichZH – ich denke er sieht es auch so und bleibt nach seinem Sieg auf dem Boden. Dieser Blogpost brachte mir kurzfristig sehr viele Besucher, weil jemand meine Analyse in einem Pokerforum veröffentlichte (danke im Nachhinein an diesen Unbekannten).
Tipps von drei Poker Profis und Bloggern: Hier sind wirklich wertvolle Tipps von drei Bloggern und Profi-Pokerspielern veröffentlicht. Ich hatte vier Blogger um ihre Tipps angefragt und innert 48 Stunden wirklich super Tipps von drei der Profis erhalten. Das ist sicher einer der Beiträge, die Dir als Leser und Pokerspieler am meisten Mehrwert bringen -> Lese-Tipp falls Du ihn noch nicht gesehen hast!
Schweiz verbietet Pokerturniere ausserhalb Casinos
Aus Sicht der Schweizer Pokerspieler ist der heutige Tag ein sehr schwarzer Tag. Das Bundesgericht, die höchste Schweizer Justizbehörde, hat entschieden, dass ab sofort nur noch konzessionierte Spielbanken – sprich Casinos – Texas Hold’em Pokerturniere anbieten dürfen. Private Turniere im Freundes- und Familienkreis bleiben weiterhin erlaubt.
Dieser Entscheid trifft die vielen Turnier-Anbieter, die in den letzten zwei Jahren aus dem Boden geschossen sind, hart. Inventar (Pokertische und Chips) werden wohl in Kürze zu Spottpreisen angeboten werden, und die vielen (Teilzeit)-Angestellten müssen sich eine neue Stelle suchen.
Vor zwei Jahren erlaubte die Spielbankenkommission, deren Entscheid später durch das Bundesverwaltungsgericht gestützt wurde, privaten Veranstaltern, Pokerturniere gegen Geld anzubieten. Die Überlegung war, dass Texas Hold’em kein Glücksspiel ist und deswegen nicht dem Spielbankengesetz untersteht. Das Bundesgericht sah das im heute veröffentlichten Bundesgerichtsentscheid anders: Texas Hold’em Poker sei vor allem ein Glücksspiel, deswegen gelte das Spielbankengesetz und Pokerturniere dürfen nur noch in Casinos ausgerichtet werden. Dieser Entscheid freut natürlich die Casino-Betreiber: Ich persönlich rechne nicht mit einem Besucheransturm auf Casinos, aber ein paar Pokerspieler mehr als früher werden sich sicher in die Casinos verirren. Am Live Poker verdienen Casinos kaum Geld – aber mit Garantie werden einige der Pokerspieler nach dem Ausscheiden aus Turnieren noch etwas Geld an Slot-Maschinen oder am Roulette-/Black Jack-Tisch verlieren.
Für mich persönlich ist dieser Entscheid des Bundesgerichts völlig unverständlich und er beweist, wie realitätsfremd die Richter dort sind. Während die Fachverständigen – die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK – noch im Dezember 2007 Poker als Geschicklichkeitsspiel qualifizierten, sind die Richter aus Lausanne offenbar wenig mit Texas Hold’em vertraut. Hier ein paar Zitate aus dem Entscheid 2C_694/2009:
- Glücksspiele sind Spiele, bei denen gegen Leistung eines Einsatzes ein Geldgewinn oder ein anderer geldwerter Vorteil in Aussicht steht, der ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.
- Das Pokern wird im Wesentlichen durch die Verteilung der Karten und das auf nur beschränkten Kenntnissen (eigene und aufgedeckte Karten, allenfalls Bluff) beruhende Setzverhalten der Gegenspieler, d.h. durch kaum kontrollierbare, zufallsabhängige Faktoren bestimmt.
- Zwar kann ein Spieler mit Taktik, mathematischen Fähigkeiten, einem guten Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Lernfähigkeit, schauspielerischem Talent, psychologischem Geschick und einer klugen Risikoeinschätzung das Spiel in einem gewissen Mass zu seinen Gunsten beeinflussen, doch bestehen keine definitiven Daten dazu, in welchem Umfang diese Elemente tatsächlich den für den Spielausgang wesentlichen Zufall überwiegen.
- Die Abklärungen und Testspiele der ESBK weisen nur darauf hin, dass bei „Texas Hold’em“-Pokerturnieren nicht ausschliesslich Glück im Spiel ist, sondern auch der Eignung und Fähigkeit sowie der Erfahrung der einzelnen Spieler eine gewisse Bedeutung zukommt. Die Testserien der Spielbankenkommission und ihre Hypothesen vermögen jedoch nicht zu belegen, dass diese Umstände das Zufallselement überwiegen.
Jeder, der schon länger Poker spielt (und dazu gehört sicher keiner der Richter aus Lausanne), weiss, dass es beim Poker auch eine Glückskomponenente gibt. Siehe Foren-Threads mit Titeln wie „Poker ist rigged“, „Warum erhalte immer ich die Bad Beats“, „Verfl… Varianz“ etc. Aber jeder, der schon länger Poker spielt, weiss auch, dass sich langfristig das Kartenglück ausgleicht – langfristig gewinnt der bessere Spieler. Natürlich ist Poker nicht wie Schach: Ich kann ein Jahr lang jeden Abend gegen einen Karpow oder Kasparow spielen und werde jedes Mal verlieren. Beim Poker könnte ich gegen den besten Spieler der Welt spielen und hätte eine faire Chance, ein paar Abende den Tisch als Sieger zu verlassen – aber langfristig würde mich der Pokerprofi ausnehmen.
Der Beweis, dass Poker kein reines Glücksspiel, sondern mehrheitlich ein Geschicklichkeitsspiel ist, leitet sich schon daraus ab, dass es tausende Pokerprofis (als Kontrast: Kennt jemand einen Roulette-Profi oder jemanden, der beruflich als Slot-Maschine-Spieler arbeitet?) gibt, die mit Poker ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber von Männern wie Dan Harrington oder David Sklansky, die beide auch Pokerstrategie-Bücher verfasst haben, haben die Richter wohl noch nichts gehört… Und wohl auch nicht von der WSOP, der „Weltmeisterschaft im Pokern“, bei der regelmässig die gleichen Gesichter die grossen Turnierpreise gewinnen. Und sie kennen sicher auch nicht die Sharkscope-Statistiken, die beweisen, dass die Top-Spieler auf zehntausende Turniere Geld mit Poker verdienen.
Verbot Poker Turniere in der Schweiz – wie weiter?
Also erstmal muss ich anmerken, dass mich das Verbot vorerst nicht wirklich betrifft. Ich habe letztmals vor zwei Jahren live Poker gespielt – ich ziehe online Poker vor. Aber das Verbot wirft kein gutes Licht auf Poker, das sich vom jahrhundertealten, schlechten Image langsam erholt hat. Ich kann deswegen jedem, der sich für Poker interessiert, empfehlen, der Facebook-Gruppe „Pokern fürs Schweizer Volk“ (EDIT 06.11.2013: tja, die Facebook Seite gibt es nicht mehr, wie ich eben feststellen musste) beizutreten – und sei es auch nur als Sympathiekundgebung für die Betroffenen Pokerturnier-Veranstalter in der Schweiz.
Weiter möchte ich auf meine Webseite zum Thema Turnier-Poker Strategie (SNG, MTT) verweisen. Schon der Name sagt, dass es dort um Strategie geht – eben weil man mit Geschicklichkeit im Poker Geld verdienen kann.
Und natürlich möchte ich auch auf Angebote von Online Pokerräumen verweisen. Diese drei Räume sind die grössten Veranstalter von online Pokerturnieren – hier gibt es eine beliebig grosse Auswahl an Turnieren. Von Gratisturnieren (Freerolls) bis Turnieren mit einem Preisgeld über einer Million. Im Gegensatz zum Spielen in Casinos bezahlt man keinen Eintritt, wenn man die Software startet, und kann von mir aus im Pyjama spielen:
PokerStars – 600$ Bonus (Marketing Code psp13368)
Full Tilt Poker – 600$ Bonus (Referenzcode SNGPOKER)
PartyPoker – 500$/325 Euro Bonus (Code POKERPROFI)
