Welche Sit’n Go Variante ist am profitabelsten?

Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach Themen für diesen Poker Profi Blog, in dem ich momentan alle fünf Tage einen Artikel veröffentliche. Kürzlich gaben mir Milbona und Venga Tipps für weitere Themen. Und eines davon behandle ich heute. Wenn Du eine Idee für ein Poker-bezogenes Thema hast, über das ich hier schreiben könnte, dann melde Dich doch mit einem Kommentar oder einem E-Mail (marco -at- derpokerprofi -punkt- com) bei mir!

Mit welcher SNG Variante verdient man das meiste Geld?

Das ist eine spannende Frage, auf die es keine Antwort im Netz zu finden gibt. Und SNG-Varianten gibt es ja sehr viele, z.B.:

  • Heads Up
  • Shorthanded
  • Shorthanded Turbo
  • Full Ring
  • Full Ring Turbo
  • 2table Turbo SNG
  • 45er Turbo SNG
  • 180er Turbo SNG
  • Double or Nothing

In Foren wird immer wieder darüber spekuliert, dass z.B. die Multitable SNG’s am profitabelsten sind. Ich habe mal einen Versuch gestartet, die Profitabilität der einzelnen Varianten zu vergleichen um zu sehen, ob diese Vermutung stimmt.

Der Stundenlohn bei SNG’s ist entscheidend

Wichtig ist, sich darauf zu einigen, dass der Stundenlohn letztendlich entscheidend ist. Es bringt mir nichts, wenn ich 60% ROI erziele, ich aber nur ein Turnier mit einem Buy-In von 5$ aufs Mal spielen kann und es im Durchschnitt drei Stunden lang dauert. Da verdiene ich viel mehr Geld, wenn ich 15 Tische gleichzeitig mit einem ROI von 5% spielen kann und die Turniere nach jeweils 20 Minuten zu Ende sind.

Nun wie bin ich vorgegangen? Ich habe auf den Sharkscope Leaderboards je Variante auf den Buy-Ins 5-15$ die drei Top-Verdiener aus diesem Jahr rausgesucht, die bei PokerStars spielen. Drei Spieler je Variante ist leider überhaupt keine brauchbare Stichprobengrösse, weswegen die Resultate mit Vorsicht zu geniessen sind. Von diesen Spielern je SNG-Variante habe ich dann die Sharkscope Stats rausgesucht und die Winnings pro Spiel im 2010 berechnet. Der Gewinn pro Spiel war bei den MTT-ähnlichen 180-Mann SNG’s sowie bei den Heads-Up SNG’s am höchsten. Das heisst aber noch nicht, dass dies die profitablesten Sit and Go Varianten sind. Denn: HU SNG’s kann man nur beschränkt mulittablen, und 180-Mann SNG’s dauern viel länger als die Standard 1-Tisch Sit & Go’s.

Ich habe dann in einem zweiten Schritt die Dauer pro Turnier und die Anzahl Tische, die man als Regular gleichzeitig spielt, abgeschätzt. Gerade die Schätzung zur Mulittabling-Fähigkeit ist mit einiger Unsicherheit verbunden. So habe ich geschätzt, dass ein Profi 3 HU-Partien gleichzeitig spielen kann. Bei Double or Nothing ging ich von 20 Tischen masstabling aus.

Anschliessend habe ich den Stundenlohn mit den obigen Parametern berechnet. Dabei waren die erzielbaren Stundenlöhne je Variante relativ nah beieinander und im Band von 25 bis 33$/Stunde. Einzig die Shorthanded SNG’s fielen mit etwa halb so hohen Stundenlöhnen ab. Wenn die Resultate einigermassen stimmen, dann spielt es also nicht so eine grosse Rolle, welche SNG-Variante man spielt, solange man nicht shorthanded an den 5/6max-Tischen spielt.

Das würde auch bedeuten, dass der Pokermarkt sich selbst reguliert und ein effizienter Markt ist: Spieler wechseln von Varianten, wo der erwartete Stundenlohn gering ist, in Turnier-Varianten mit höherem Stundenlohn. Dies geschieht unbewusst – Zahlen zum Profit je Variante gibt es ja nicht.

Und zurück zur Vermutung, dass die 180Mann SNG’s am profitablesten sind: Der ROI mag dort zwar am höchsten sein, aber weil die Spiele viel länger dauern als z.B. Turbo SNG’s, gleicht sich das ganze weider aus.

Interessant? Dann lies doch den ganzen Artikel mit den Grafiken dazu auf meiner Pokerstrategie-Seite: Welche SNG Variante soll ich wählen?

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Aussage von Dusty “Leatherass” Schmidt

Vielleicht hast Du schon mal von “Leatherass” (Dusty Schmidt) gehört. Er hat kürzlich das Pokerbuch “Poker als Beruf” veröffentlicht. Das Buch richtet sich an Pokerspieler, die online Poker als Beruf ausüben möchten.

“Leatherass” spielt Cash Games und hat seit vier Jahren beim grössten Pokerraum der Welt, PokerStars, den höchsten VIP-Level inne: Supernova Elite (es gibt vielleicht ein Dutzend Deutsche, die Supernova Elite SNE sind).

Ich habe nun auf Pokernews.com dieses Interview mit ihm gelesen, das mich aufhorchen liess. Zuerst erzählt er, dass die Spiele 2007 softer (einfacher) waren als im 2010. Dafür gab es damals weniger Tische auf den hohen Limits. So gleicht es sich für ihn mehr als aus. Er schafft es jetzt mit 85 Stunden online Poker pro Monat, den SNE Status zu erhalten.

Aber das ist nicht das besondere am Interview. Auf die Frage, was er einem Spieler für Tipps hat, der SNE werden will, antwortet er: “Zuallererst, besorge Dir eine Flasche, in die Du urinieren kannst”. Er erklärt dann ausführlich, wie viele Hände er so zusätzlich spielen kann und wie viel Zeit er dank dieser Urinier-Flasche länger mit seiner Familie verbringen kann.

Endlich mal ein Profi, der “es” zugibt. Und dabei ist es ja für Cash Game Spieler wie ihn viel einfacher, auszusetzen als wenn man Pokerturniere spielt (dort sind die Blinds meist viel viel grösser im Verhältnis zu den Stacks).

Ich verzichte jetzt auf eine Umfrage, wie ihr das handhabt ;-)

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Chatroulette down

Ich hatte ja hier in meinem Blog berichtet, wie ich Chatroulette ausprobierte und versuchte, dieses für Marketing-Zwecke zu missbrauchen. Statt ein Bild von mir sahen die Chatter die Web-Adresse meiner englischsprachigen Pokerstrategie-Seite TournamentTerminator.com. Der Erfolg war im Verhältnis zum Aufwand extrem mässig, aber das Thema war für mich interessant. Es dauerte nicht lange, bis viele andere das ebenfalls missbrauchten (ich will damit nicht sagen, dass ich der Erste war, das war ich sicher nicht).

Jedenfalls hatte ich gestern ein paar Zugriffe mehr auf meinen Poker Blog – wegen Suchanfragen zum Thema “Chatroulette Alternative“. Warum, war mir beim Besuch von Chatroulette.com schnell klar:

Chatroulette geht nicht

Aktuell steht, seit über 24 Stunden, folgendes auf der Webseite des 17jährigen Russen:

Chatroulette Announcement

The experiment #1 is over now. Thanks for participating.Renewed and updated version of the website will be launched shortly.

Übersetzt: Ankündigung. Das Experiment Nummer 1 ist nun vorüber. Danke für die Teilnahme. Die erneuerte und aktualisierte Version der Webseite wird in Kürze online sein.

Chatroulette geht also nicht mehr – der Videochat ist offline. Mehr ist momentan nicht zu erfahren. Bin gespannt, was sich ändern wird. Was mich vor allem noch mehr erstaunt, ist, dass die Chatroulette Seite down ist. Normalerweise macht man es bei grösseren Webseiten so, dass man die alte Version erst ausschaltet, wenn die neue Live geht. So würde ich es zumindest machen, denn Chatroulette gehört zu den 2’500 meistbesuchten Webseiten weltweit! Zum Vergleich: meine Sit and Go Poker Strategie Seite gehört knapp zu der besten Million der meistbesuchten Seiten der Welt.

Was würde ich an Chatroulette ändern, wenn ich der Besitzer wäre? Ich würde das weiterführen, was der Besitzer teilweise bereits angetestet hat:

  • Chaträume nach Segmenten (Länder, Sprachen, Alter, Geschlecht und/oder eine Kombination davon (z.B. Männer aus Deutschland, die Frauen suchen -> Du kannst Dir sicher vorstellen, wie hoch der Männeranteil bei dieser Einstellung sein wird)
  • Bessere “Adult Filter” einbauen. Dass Problem ist nicht neu, es gibt ja genügend Webseiten mit Videos für Erwachsene, die auch durch Kinder angeschaut werden können. Dennoch bietet hier Chatroulette eine neue Form der Interaktivität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Registrierung der beste Weg wäre, denn das kann ebenfalls gefakt werden und Chatroulette lebt ja von der Schnelligkeit und Einfachheit. Aber mittels wirksamer Report-Buttons (Missbrauch melden) könnte man hier Abhilfe schaffen (ich denke nicht dass der bisherige Report-Knopf F2 viel gebracht hat)
  • Mehr Werbung / bessere Monetarisierung der Seite (wenn man weltweit zu den Top 10’000 Webseiten gehört, dann sollte man davon leben können. Das zeigen Beispiele wie copyblogger.net oder problogger.net)

In dem Sinne – sind wir gespannt auf das Resultat des Chatroulette Updates.

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Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #3

Das ist bereits der dritte Teil meiner Fremdgeh-Serie. Wobei mit Fremdgehen nicht ein Seitensprung gemeint ist, sondern ein Blick über den Zaun in die andere grosse Gambling-Industrie, Casinos. Nach dem ersten Teil (Was ist beliebter, Poker oder Casino?) und dem zweiten Teil (Varianz bei Poker und Roulette) folgt nun im dritten Teil die Betrachtung einer typischen Casino-Seite.

Ich habe mir mal eine Webseite rausgesucht, die vergleichbar ist mit denjenigen, die ich aus der Pokerindustrie kenne. Meine Wahl ist auf CasinoSpielen.de gefallen, einer Webseite mit Angeboten zu allem, was man in einem Casino spielen kann. Dazu gehören natürlich online Black Jack, Roulette, Spielautomaten (die Web-Versionen der Einarmigen Banditen) und auch hierzulande (zumindest mir) weniger bekannte Spiele wie Craps, Baccarat oder Pai Gow.

Kurz bevor ich auf den Link zur Seite von CasinoSpielen.de gegangen bin, habe ich mir überlegt, wie wohl jemand auf einen solchen Namen kommen kann. Viel treffender wäre ja „Im-Casino-spielen.de“ oder noch besser: CasinoSpiele.de gewesen. Naja, letztere Domain ist schon seit 2002 reserviert, und wird leider immer noch nicht genutzt (respektive leitet zu einer Rechenzentrums-Firma um, die sich diese Domain wohl geschnappt hat). Da kam CasinoSpielen.de über drei Jahre zu spät. Naja egal, ich darf da nichts sagen, der Domainname für meine Sit and Go Poker Strategieseite ist rückwirkend betrachtet auch alles andere als der Knüller und ich würde heute anstelle einer reinen Sachbezeichnung eine Domain wählen, die das Potenzial hat, sich zu einer Marke zu entwickeln.

Aber zurück zur Casino-Seite. Als erstes fiel mir auf, dass praktisch jede Seite mindestens eine Tabelle mit Bonus-Angeboten enthält, wie z.B. diese Seite mit No Deposit Bonus Angeboten. Soweit also alles genau gleich wie bei online Pokerseiten ;-).

Dort  fiel mir dann weiter auf, dass ich keinen einzigen Namen aus der Top-5-Liste kannte. Ich hätte hier vermutet, dass die gleichen Namen, wie wir sie vom Poker her kennen, auf der Liste vertreten sind (Party, BWIN etc.). Dann ein Blick auf die Bonus-Angebote: Die variieren zwischen 20$, 25$, 30$ und …1500$ Bonus – eine rechte Spanne. Da frage ich mich dann schon, wer sich für 20$ anstelle von 1500$ entscheidet. Ansonsten ist die Tabelle gleich aufgebaut wie bei Pokerraum-Vergleichsseiten, mit Anbieter, Bewertung, Bonus in Prozent und in Dollar sowie Links zur Rezension und direkt zur Webseite des Casinos. Wie treffend die Bewertungen sind, kann ich als Aussenstehender nicht beurteilen. Anhand der Rezensionen sind diese allerdings nicht vollumfänglich nachzuvollziehen – dazu sind die Reviews zu kurz gefasst. Hier eine weitere Brücke zum online Poker: Wenn Du auf eine Seite mit Bewertungen von Pokerräumen stösst, und dort sind zehn Räume aufgelistet, aber PokerStars und Full Tilt Poker (die beiden Marktführer mit insgesamt 60% Marktanteil) fehlen auf den Podestplätzen (oder ganz auf der Liste), dann weisst Du, dass sich die Bewertung nur danach richtet, welche der Pokerseiten die höchste Provision bezahlt…

Natürlich fehlt auf der Casino-Seite auch nicht die „Strategie-Artikel“-Sektion. Wobei sich bei mir schon alleine beim Lesen von „Casino Strategie“ die Haut auf der Stirn runzelt. Wie soll man bei einem Spiel, dessen Spielregeln das Casino bevorteilen, Strategien anwenden?

Ein paar Möglichkeiten kommen mir spontan in den Sinn

  • Bankroll-Management („nur am Anfänger-Tisch spielen und immer nur den Mindestbetrag setzen, damit das Geld möglichst lange reicht“)
  • Verdoppelungs-Strategie (immer auf „rot“ setzen und wenn man verliert, den Einsatz verdoppeln; funktioniert in der Theorie, in der Praxis aber nicht mehr, weil man nur noch ca. 6x verdoppeln kann (die Roulette-Tische haben Mindest- und Maximaleinsätze, also nichts von „No Limit“))
  • Kartenzählen (beim Blackjack hat das früher geklappt, wenn man ein Top-Gedächtnis hatte; das geht heute nicht mehr, weil mit mehreren Kartendecks gespielt wird)
  • Jackpot-Rush (ich nenne das jetzt mal so, ich meine damit, dass man nur dort spielt, wo der Jackpot auf einen Betrag deutlich über dem Durchschnitt angewachsen ist)
  • Casinowhoring (Anleitung zum Freispielen von Bonus-Angeboten, kann je nach Angebot +EV sein)

in den Sinn. Es gibt dann tatsächlich nebst Regeln, Bankroll Management und Wahrscheinlichkeiten ein paar Strategie-Artikel, die ich allerdings mit Vorsicht geniessen würde. Oder was sagst Du zu diesem Satz aus Haralds Casino Blog-Eintrag mit dem Titel „Für den Profi“:

„Hier für den erfahrenen Profi die Verteilung der Transversale Simpel für alle Nebennummern, sowie Dichten und Transversale Simple für Finalen, Spiel 7/9, Spiel 3/4. Druckt euch diese Zahlenflut aus und nehmt sie als Unterstützung mit in das Casino. Beherzigt immer, wenn ihr mit den Gedanken des Croupiers spielt, befindet ihr euch auf jedem Fall im statistischen Vorteil.

NEBENNUMMERN

35 3 26 0 32 15 19
1-6=1 4-9=0 7-12=0 10-15=1 13-18=1 16-21=1  19-24=1 22-27=1  25-30=1 28-33=1 31-36=2 1_3-34_36=2“

Also ich versteh die Aussage nicht. Aber ich bin mir sicher, dass selbst wenn ich die Aussage verstehen würde, sie schwachsinnig wäre. Es gibt keinen statistischen Vorteil, und man kann beim Roulette langfristig nicht gewinnen. Da helfen auch keine Transversalen, Nebennummern und Tabellen mit Zahlen. Und deswegen kann ich dem Spielen in Casinos auch nichts abgewinnen. Was mich nicht abhält, ein bis zweimal pro Jahr doch hinzugehen: Dazu ist das Angebot, bei dem man für einen geringen Geldbetrag einen Willkommensdrink, Zugang zum „All you can eat“-Buffet, den Eintritt sowie ein paar Echtgeld-Chips erhält, einfach zu gut. Und den Spass hole ich mir dann nicht beim Zocken am Roulette-Tisch, sondern beim Beobachten der Leute am Roulette-Tisch.

Hast Du einen weiteren Tipp, über was ich in der Serie „Der Poker Profi geht fremd“ schreiben könnte? Dann hinterlass doch einen Kommentar – mir sind nämlich mit diesem dritten Teil gerade die Ideen ausgegangen!

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Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #2

Im ersten Teil dieser Serie habe ich geschaut, was beliebter ist, Poker oder Casino? Diesen Teil hier widme ich der „Varianz“. Obwohl Varianz eigentlich die mathematische Berechnung der Streuung einer Zufallsvariable um ihren Erwartungswert ist, so verstehen Pokerspieler darunter doch etwas anderes: Schwankungen der Ergebnisse, insbesondere eine unerwartete Anhäufung von Verlusten.

Und um Verluste geht es auch beim beliebtesten Casino-Spiel, bei Roulette. Schliesslich spielt man gegen die Spielbank, und was der eine (der Spieler) verliert, gewinnt der andere (die Bank). Dabei ist Roulette ein recht faires Spiel: Der Vorteil der Bank liegt bei nur 1/37, wenn man auf die einfachen Chance wie rot, schwarz, gerade oder ungerade setzt.

Wenn Du die Roulette-Regeln nicht kennst: Bei Roulette gibt es 37 Felder mit den Zahlen von 1-36 (davon ist die Hälfte schwarz, die andere Hälfte rot) sowie einer grünen „0“. Setzt Du 10$ auf rot und fällt die Kugel auf eine rote Zahl, dann gewinnst Du 10$ (Du erhältst also 20$ zurück). Fällt die Kugel auf eine schwarze Zahl, dann ist Dein Einsatz weg. In einem von 37 Fällen fällt die Kugel auf die Null, in diesem Fall verlierst Du Deinen Einsatz, wenn Du auf eine einfache Chance gesetzt hast.

Varianz bei Poker

Ich habe auf meiner Poker Strategie Webseite ausführliche Analysen zur Varianz bei Poker (Sit and Go-Turniere und Heads-Up/Double or Nothing) veröffentlicht. Schauen wir uns deswegen die Resultate der Simulationen zur Varianz beim Glücksspiel Roulette an.

Varianz bei Roulette

Ich habe ein paar Simulationen zur Varianz bei Roulette laufen lassen. Dabei war die Ausgangslage immer dieselbe: Ein Spieler setzt 10$ auf eine einfache Chance (es ist egal ob das rot, schwarz, gerade Zahl oder ungerade Zahl ist). In 18 von 37 Fällen gewinnt er, in 19 von 37 Fällen verliert er. Sein Erwartungswert in Prozent des Einsatzes, sein ROI, beträgt also -1/37= -2.7%. Das ist übrigens deutlich besser als der ROI eines durchschnittlichen SNG-Spielers: Bei einem Rake von 10% beträgt dessen ROI -9.1%!

Bei einem Einsatz von 10$ verliert unser Roulette-Spieler also durchschnittlich 2.7% seines Einsatzes pro Runde, eine Teilnahme kostet ihn also 0.27$. Bei 1000 Roulette-Runden wären das also 270$ Verlust. Ich habe nun 10‘000 Simulationen laufen lassen, bei denen ein Spieler jeweils 1‘000 Einsätze tätigt. Im Schnitt macht er die errechneten 270$ Verlust. Im besten der 10‘000 Fälle hätte der Spieler aber auch fast 1‘000$ Gewinn (10% ROI) machen können. Und im schlechtesten Fall fast 1‘500$ Verlust (-15% ROI).

Wie sieht die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei Roulette aus? Bei 100 und 500 Einsätzen ergibt sich folgendes Bild:

Du siehst dass die Kurve selbst bei 500 Spielen noch sehr breit ist – im Sinne von „alles ist möglich“. Die Standardabweichungen (Quadratwurzel der Varianz) sehen wie folgt aus:

Lesebeispiel: Wenn ein Spieler 1‘000 mal auf rot setzt, dann sein ROI im Durchschnitt bei minus 2.7% liegen. Die Standardabweichung bei 1‘000 Spielen beträgt 3.2%. In 68% der Fälle, in denen er 1‘000 mal hintereinander spielt, wird er also einen ROI zwischen minus 5.9% und plus 0.4% erzielen. Daraus folgert sich, dass er in etwa einem Sechstel aller Durchgänge à 1‘000 Spiele sogar ein Plus verzeichnen wird. Und wer setzt schon 1‘000 mal im Roulette? An einem Abend schafft man vielleicht 100 Einsätze (grob geschätzt, hier hab ich keine Ahnung).

Was sagt uns das? Die Varianz beim Roulette ist gross. Es ist halt ein ziemlich faires Glücksspiel, bei dem man im Schnitt nur 2.7% seines Einsatzes verliert, wenn man auf die einfachen Chancen setzt. Das ist trügerisch: Es gibt dann Leute, die an einem Abend „Glück“ hatten (was sehr wohl möglich ist) und dann meinen, eine „Glückssträhne“ zu haben oder ein „Roulette-System“ entwickelt zu haben. Alles Schwachsinn natürlich – sie haben halt nur mal die positive Seite der Varianz erlebt!

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Der Poker Profi geht fremd: Poker vs Casino #1

Nach dem grandiosen Leser-Feedback auf meine Serie „25 User fragen – der Poker Profi antwortet“ (bisher haben sich zwei Besucher erbarmt, einen Kommentar zu hinterlassen…) bin ich TOP-motiviert, eine weitere Serie zu starten. Vielleicht erhalte ich dazu ja mehr Feedbacks (was ja nicht schwierig sein dürfte ;-)

Casino und online Poker sind miteinander sehr verwandte Industrien. Die eine dreht sich um Glückssspiele wie Roulette, Black Jack und Slots, die andere verdient ihr Geld mit einem Geschicklichkeitsspiel mit *einigen* Glücksspiel-Elementen. Die meisten online Pokerräume, mit Ausnahme von Stars und Full Tilt, bieten nebst Poker auch einen Bereich Casino an (in dem man seine hart erspielten $$$ gleich wieder verzocken kann). Und beide Industrien werden unter dem Oberbegriff „Online Gambling“ zusammengefasst.

Gründe genug also, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von online Casinos und online Poker näher anzuschauen. Im ersten Teil dieser Serie widme ich mich dem Thema:

Was ist beliebter: Casino oder Poker?

Ich versuche dabei die Popularität der beiden Spiel-Industrien miteinander zu vergleichen. Zugegeben, die Auswahl der Kriterien basiert nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen. Aber zumindest sollte der Vergleich einen gewissen Unterhaltungswert bieten.

Anzahl Suchresultate bei Google.de

Vergleicht man die Anzahl Treffer bei Google.de nach den beiden Suchbegriffen, dann ergibt sich ein sehr ausgewogenes Bild mit einem kleinen Vorteil für Poker:

  • Casino: 111 Millionen Treffer
  • Poker: 112 Millionen Treffer

Somit steht es: Casino 0, Poker 1

Anzahl Suchresultate mit dem Wort „Blog“ bei Google.de

Sucht man nach Blogs, so ist es nicht erstaunlich, dass deutlich mehr Poker Blogs vorhanden sind. Kein Wunder, beim Pokern hat man zumindest eine faire Chance, Gewinn zu erzielen, im Gegensatz zu den reinen Glücksspielen. Und wer will schon darüber bloggen, wie er jedes Wochenende Geld verspielt?

„Casino Blog“: 324‘000 Treffer

“Poker Blog”: 586’000 Treffer

Zwischenstand: Casino 0, Poker 2

Google Insights for Search

Nach was wird häufiger gesucht? Das lässt sich mit Google Insights for Search herausfinden. Dabei ergibt sich folgendes Bild für die weltweite Suche nach den beiden Begriffen von 2004 bis Mitte 2010:

Möglicherweise wirst Du Dich jetzt fragen, was denn Ende 2006 los war, als die Suchabfragen bei Google nach „Casino“ diejenigen nach „Poker“ überstiegen. Sicher erinnerst Du Dich an den James Bond-Film „Casino Royale“ – der Film kam Ende 2006 ins Kino!

Zwischenstand: Casino 0, Poker 3

Google News Suche (im letzten Monat)

Als nächstes habe ich geschaut, wie häufig die Begriffe in der Google News Blogsuche vorkommen. Das Resultat ist ausgeglichen:

Casino: 20‘422 Treffer. Die Resultate enthalten aber viele Einträge, die gar nichts mit Casino zu tun haben, wie z.B. folgendes Resultat zeigt: „Der britische Schauspieler Daniel Craig, der durch seine Rolle des James Bond in den beiden Filmen Casino Royale zu Weltruhm kam“

Poker: 12‘517 Treffer, aber auch hier gibt es viele Treffer, die nichts mit Poker zu tun haben, wie z.B. „Fussballclub XY steigt in Poker um Spieler Z ein“ oder „Poker Face Sängerin Lady GaGa“.

Weil „Poker“ umgangssprachliche wohl häufiger genutzt wird als Casino und der Begriff sowieso hinten liegt, gebe ich hier mal einen Punkt für die Casinos.

Zwischenstand: Casino 1, Poker 3

Anzahl Bilder bei bing.com

Überraschung : Casino liegt auch hier vorne. Und zwar bei der Bilder-Suche bei Bing. Dort gibt es rund eine Million mehr Casino-Bilder als Poker-Bilder zu finden:

Casino: 6.22 Millionen Bilder

Poker: 5.03 Millionen Bilder

Zwischenstand: Casino 2, Poker 3

Alexa – meistbesuchte Webseiten

Alexa ist ein Dienst, der die Beliebtheit von Webseiten (nach Anzahl Besuchern weltweit) misst. Dabei ist Casino.com auf Platz 2‘009, während Poker.com erst auf Platz 67‘792 folgt. Diese Auswahl ist ziemlich willkürlich, denn die Casino-Seite gehört auch einem online Casino, während die Poker-Seite lediglich ein Poker-Portal ist.

Interessanter wird es, wenn man die beliebtesten Seiten überhaupt durchgeht. Nach längerem blättern fand ich schliesslich auf Platz 159 die erste Gambling-Domain: PartyPoker.

Zwischenstand: Casino 2, Poker 4

Anzahl Berufsspieler

Jetzt wird’s ungerecht: Da man als Spieler in Casinos mit legalen Mitteln nicht gewinnen kann, und ich als professionellen Spieler nur jemanden bezeichne, der mit seiner Profession (Beruf) auch Geld verdient, gibt es nach dieser Definition keinen einzigen Casino-Berufsspieler (was es mir nebenbei erspart, die Anzahl Poker-Berufsspieler zählen zu müssen).

Wir kommen somit zum Endstand: Casino 2, Poker 5. Poker ist also weltweit beliebter als Casino.

Im nächsten Blogbeitrag der Serie „Der Poker Profi geht fremd: Poker vs. Casino“ analysiere ich die Varianz beim Roulette und ziehe Parallelen zur Varianz beim Pokern. Abonniere doch den RSS-Feed um zu sehen, wann der Teil 2 live geht! Auf bald!

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25 User fragen – der Poker Profi antwortet (3/3)

Hier also der dritte und letzte Teil der Serie “User Fragen, der Poker Profi antwortet”. Die beiden anderen Artikel findest Du hier:

Wer die ersten beiden Teile nicht gelesen hat: Ich habe mittels der Stats von Google Analytics die besonders interessanten Suchanfragen herausgesucht, die Personen bei Google eingetippt haben und damit auf meinem Poker Profi Blog gelandet sind.

16. lonht es sich heute zu tage geld in eine onlinepoker seite zu investieren
Mir ist nicht klar, ob diese Person sich an einem Pokeranbieter beteiligen wollte, oder ob er ein Investment wie z.B. einen Anteil von meinem Blog kaufen wollte. Letzteres lohnt sich mit ziemlicher Sicherheit nicht :(
Und Pokeranbieter… puh, die beiden grössten Anbieter veröffentlichen keine Geschäftszahlen. Und der Nummer drei, PartyPoker, ist es auch schon besser gegangen. Und die nächstfolgenden Anbieter sind alle in Pokernetzwerken zusammengeschlossen. Das ist gut, denn nur so kommen sie auf genügend Spieler, um genügend Action zu bieten. Aber dadurch wird die Marge relativ dünn sein. Kommt hinzu, dass die Rechtslage in den meisten Ländern unklar ist.  Ich persönlich würde nicht in einen Pokeranbieter investieren.

17. meine blog gleich im internet erstellen kostenlos 100% free auf leben zeit
Ja, da möchte einer alles gratis haben und das auch noch garantiert bis zum Lebensende. Kostenlose Blogs kann man innert Minuten bei Anbietern wie www.blogger.com oder www.wordpress.com erstellen. Nachteil ist halt, dass die Domain dann auf deren Adresse endet. Bei mir hätte das z.B. derpokerprofi.wordpress.com ergeben. Insbesondere WordPress.com ist sicher eine sehr gute Wahl für einen kostenlosen Blog. Wer aber etwas grössere Ambitionen hat, der sollte von Beginn weg einen Blog mit eigenem Domainnamen erstellen. Ganz einfach und für weniger als 100$ pro Jahr geht das z.B. bei Bluehost.

18. pokerbots für bwin und von einem anderen Suchenden programm für bwin poker zum cheaten
Hm, wieder einer, der seine Energie statt aufs verbessern des eigenen Spiels für die Suche nach Lücken im System verwendet. Ich gebe es zu, ich habe auch schon danach gegooglet. Ohne vertiefte Programmierkenntnisse kann man sich aber die Arbeit sparen. Man muss nicht nur die Karten und Chipbestände einlesen und dafür Handlungsregeln erstellen, sondern es auch schaffen, dass der Bot nicht entdeckt wird. Sonst ist es dann schnell vorbei mit dem cheaten.

19. wann ist man beim poker ein losing player
Losing Player kommt vom Wort „lose“, verlieren. Wer am Ende eines Monats oder am Ende eines Jahres weniger Geld auf dem Pokerkonto hat, als er einbezahlt hat, ist ein losing Player. Wobei die Varianz beim Pokern ja sehr gross ist. Wer also nicht mindestens 1000 SnG’s gespielt hat, kann nicht mit genügender Sicherheit sagen, ob er wirklich ein Verlierer ist, oder ob er einfach Pech hatte. Lies hier mehr zum Thema Varianz bei Sit and Go.

20. warum sieht man die italienischen poker profis nicht in der lobby
Diese Frage ist einfach zu beantworten. Die Italiener dürfen nur gegen Italiener spielen. Poker ist zwar nun legal in Italien, dafür sind macht Väterchen Staat die hohle Hand und verlangt Steuern auf den Buy-Ins bei Turnieren. Insgesamt keine gute Entwicklung, meiner Meinung nach. Es gibt jetzt schon nur wenige Pokerräume, an denen man auf mittleren Limits noch 10tabling betreiben kann. Wenn nun Länder anfangen, die Pokermärkte abzuschotten, dann gibt es viel weniger Pokerspieler, gegen die man spielen kann. Ich hätte Poker legalisiert, indem ich auf den Einzahlungen eine Steuer erhoben hätte. Wäre viel einfacher gewesen und die Turniere selbst wären einfacher zu schlagen als mit dem noch viel höheren Rake.

21. warum wird man in turnieren bei partypoker immer zum bigstack gesetzt wenn man viele chips hat
Ich bin nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Offenbar meint der Pokerspieler, dass die Big Stacks bei MTTs, wenn ein Tisch aufgelöst wird, zueinander gesetzt werden? Oder meinte er mit Bigstack den Big Blind? Ich bin sicher, dass er hier im Blog die Antwort nicht gefunden hat – ich weiss Sie nämlich auch nicht, da ich bei Party nur SnG’s und keine MTT’s spiele.

22. was ist besser große straße odr flush
Aha, ein Poker-Anfänger war hier auf der Suche nach einer Antwort. Am besten einfach mal hier die Reihenfolge der Poker Blätter nachschlagen, dann sieht man, dass das Flush besser als die Strasse ist. Und übrigens: Es gibt keine „grosse“ Strasse; bei Texas Hold’em besteht die Strasse immer aus fünf Karten.

23. wenn ich von einem buch mit 325 seiten 90 gelesen habe wieviel prozent sind das
Das ist ein weiterer Heuler. Offenbar wurde meine Seite gefunden, weil ich öfters vom Bonus bei der Poker-Seite PartyPoker (Bonus Code POKERPROFI) von 325 Euro gesprochen habe. Leider kann ich dieses Suchresultat nicht mehr replizieren, mein Blog wird mit dem obigen Satz nicht mehr bei Google angezeigt. Aber sieht so aus, als ob die Person erst gerade das Prozentrechnen gelernt hat. Die Lösung lautet: 90/325 x 100% = 27.69%.

24. wo kommen bei gleicher anzahl gespielter hände bad beats häufiger vor ?
Ich würde mal sagen, dass Bad Beats bei jedem Pokerraum gleich häufig vorkommen. Sonst wäre ja online Poker rigged, und das ist es sicher nicht!

25. zwei flash, welcher gewinnt poker
Für diese Suchanfrage bin ich aktuell auf Platz 1 bei Google.de. Wie alle anderen Anfragen wurde diese aber nur ein einziges Mal eingetippt. Kein Wunder, denn die meisten Pokerspieler wissen, dass man Flush und nicht Flash schreibt. Und dass derjenige gewinnt, der das höhere Flush hat, und dass der Pot geteilt wird, wenn beide Spieler die gleichen fünf Karten fürs Flush halten. Und warum mein Blog bei Google dafür angezeigt wird? Weil ich einen 1. April-Scherz zu „Flash Poker“ veröffentlicht habe!

Dir hat diese Serie gefallen? Dann schreib doch jetzt rasch einen Kommentar und ich werde weitere Teile folgen lassen.

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Gedanken zum Merger von Party Poker und BWIN

Jetzt ist es also soweit: Gestern haben Party Gaming (Besitzer von Party Poker) und BWIN ihre Fusion angekündigt. Der Zusammenschluss soll bis Frühling 2011 vollzogen sein und benötigt noch die Zustimmung der Aktionäre der beiden Gaming- und Pokeranbieter. Die BWIN-Aktionäre werden knapp 52% an der neuen Firma halten, PartyGaming 48%. Die Gerüchte über einen Zusammenschluss machten schon seit Monaten die Runde und wurden jetzt endlich bestätigt. Hier meine Gedanken dazu.

Was bedeutet die Fusion von Party und BWIN für die beiden Unternehmen?

Durch den Zusammenschluss entsteht im Bereich online Poker die klare Nummer drei (hinter Stars und Full Tilt). Zudem sind beide Anbieter auch in den Bereichen Sportwetten, Casino und Slots/Bingo tätig. Anhand der Umsatzzahlen von 2009 ergibt sich folgendes Bild nach dem Zusammenschluss (Quelle: Börse London):

In Mio. EURO PartyGaming bwin Summe (ohne Synergien)

By Product 309 373 682
Poker 137 89 226
Sports 13 195 208
Casino 136 64 200
Games/Bingo 23 25 48
By Country 309 373 682
Germany 57 114 171
Italy 6 35 41
UK 48 3 51
Greece 4 42 46
Canada 42 2 44
France 11 26 37
Other 141 151 292

Während BWIN vor allem in Europa nebst Poker sehr stark im Bereich Sportwetten ist, ist Party auch stark in Casino-Spielen (Black Jack, Roulette).

Macht ein Zusammenschluss von Party und BWIN Sinn?

Meiner Meinung nach klar “Ja”. Online Gambling ist ein Fixkostengeschäft. Das bedeutet, dass ein Grossteil der Kosten “fest” sind, also unabhängig von der Anzahl User sind. Zu den festen Kosten gehören vornehmlich die ganzen IT-Kosten, die Entwicklungskosten für neue Produkte und die Marketing-Anstrengungen. Die Börse geht davon aus, dass die Fusion erfolgreich sein wird: Die Aktien der beiden Unternehmen schossen je um ca. 20% in die Höhe:

Quelle: Yahoo Finanace, Comdirect.de

Machen Fusionen generell Sinn?

Nein, Fusionen und Übernahmen scheitern meistens. Zumindest wenn man sie aus der Sicht des Aktionärs der übernehmenden Firma betrachtet. Ich finde die Studie dazu nicht, aber generell kann man sagen, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Fusion umso grösser ist

  • Je ähnlicher die Geschäftsmodelle der beiden Firmen sind
  • Je kleiner die übernommene Firma ist

Der zweite Punkt ist hier nicht gegeben. Ich bin dennoch der Meinung, dass eben aufgrund des hohen Fixkostenanteils die Fusion rückblickend als Erfolg gewertet werden wird.

Was bedeutet das für die Pokerspieler?

Also im 2010 wird sich noch nichts verändern. So grosse Merger benötigen immer etwas Zeit… Die grosse Frage ist aber, ob und was mit dem Zusammenschluss dann auch wirklich zusammengelegt wird. Dazu schweigen sich die beiden online Gambling-Anbieter noch aus. Denkbar sind folgende Optionen:

1. Unabhängige Weiterführung der Geschäfte: Fusionieren und alles normal weiterlaufen lassen, als wäre nichts passiert? Das kann ich mir nicht vorstellen – so würden keine Synergien erzielt.

2. BWIN in Party Poker integrieren: Die Pokersoftware von Party wird von vielen Spielern als besser bezeichnet. Ich selbst habe ja 2 Jahre lang ausschliesslich bei Ongame-Anbietern (BWIN Spieler pokern im Ongame-Netzwerk mit anderen Skins wie Tower Poker, Hollywood Poker, Betfair etc., und das Ongame-Netzwerk gehört BWIN) gepokert und spiele seit über einem halben Jahr auf Party. Wenn die Stabilitätsprobleme der Ongame P5-Software endlich gelöst sind, dann würde ich die Software als gleichwertig betrachten.

Doch kommt es dazu? Ich denke eher nicht. Das Ongame-Netzwerk würde massiv an Bedeutung verlieren, nicht gerade im Sinne ihres Besitzers BWIN. Zudem ist unklar, ob die Party Software so einfach auf weitere Anbieter übertragen werden kann. So hart es für viele Spieler tönen mag, ich denke dass die dritte Option am wahrscheinlichsten ist:

3. Party Poker ins Ongame-Netzwerk integrieren. Dafür sprechen folgende Gründe:

  • BWIN ist Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft. Meistens bestimmt der Mehrheitsaktionär, und meistens behält der Mehrheitsaktionär sein Geschäft…
  • Die Ongame-Software P5 ist skalierbar und wird schon bei über 25 Anbietern eingesetzt. Es wäre viel einfacher, Party auf Ongame zu migrieren als umgekehrt.
  • Die Party-Software könnte bei einer Integration in BWIN abgestellt werden. Die ganzen Weiterentwicklungs- und Unterhaltskosten könnten eingespart werden. Im umgekehrten Fall müsste die Ongame-Software weiterlaufen, schliesslich wird sie ja noch 25 anderen Pokeranbietern verwendet

Was passiert mit den Marken BWIN und Party Poker?

Das dürfte auch bei der Integration von Party ins Ongame-Netzwerk eine der spannendsten Fragen dieses Mergers sein. Ungeachtet der obigen Entscheidung zur Pokersoftware gibt es folgende Optionen:

  • Man könnte die beiden Brands nebeneinander weiterlaufen lassen
  • Man könnte die eine der beiden Marken verschwinden lassen
  • Man könnte eine neue Marke schaffen

Ich denke dass es Sinn macht, in einem ersten Schritt die Software zusammenzulegen (das bedeutet wohl: Party wird Bestandteil des Ongame-Netzwerks) und die beiden Marken vorerst bestehen zu lassen. So wäre der “Schock” für die Spieler bei Party geringer (“neue tolle Software für Sie als Spieler, sonst ändert nicht viel”). Ob es in einem zweiten Schritt, in 1-3 Jahren, Sinn macht, auf die eine Marke zu verzichten, ist fraglich. BWIN hat in der Vergangenheit bereits Erfahrungen damit gesammelt: Pokerroom (früher eine der bekanntesten Poker-Marken) wurde ganz geschlossen und die Spielerbasis in BWIN integriert, Europoker wurde geschlossen und wurde ein Jahr später von einem anderen Management wieder auf den Markt gebracht. Hier bin ich gespannt, was wie das Management entscheiden wird.

Tipp: Was ziemlich klar ist, ist dass irgendwann eines der beiden Bonus-Angebote, entweder von BWIN oder von Party, eingestellt werden wird. Wenn Du noch keinen Account bei BWIN oder Party Poker hast, dann sichere Dir deswegen jetzt noch den Bonus von 500$ für Neukunden.

Anmeldelink BWIN (exklusiver 500$ Bonus, kein Bonus Code notwendig)

Anmeldelink Party Poker (exklusiver Bonus Code POKERPROFI, damit erhältst Du 500$/325 Euro statt 100 Euro Bonus)

Was denkst Du über den Zusammenschluss? Schreib doch jetzt kurz Deine Meinung dazu auf!

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25 User fragen – der Poker Profi antwortet (2/3)

Hier also der zweite Teil der von speziellen Suchanfragen, mit denen Besucher im letzten halben Jahr via Google im Poker Profi Blog gelandet sind. Teil 1 findest Du hier.

6. 1,1 mio. dollar gewonnen
Ich weiss nicht, ob die Person meine Analyse von zum Schweizer RichieRichZH, der im Februar 2010 auf PokerStars das Sunday Million gewann, suchte. Kann auch etwas ganz anderes gewesen sein.

7. 1000000 gewonnen nicht erhalten beim pokern
Das ist noch so ein Brüller. Und eine üble Geschichte. Da luckt man sich in einem Turnier auf den vordersten Platz und soll das Geld nicht erhalten haben?

8. an bestimmten tagen kein glück beim pokern
Ja, mein lieber Besucher, das ist das Problem der riesigen Schwankungen der Resultate beim Pokern. Das hat nichts mit bestimmten Tagen zu tun, sondern mit der Anzahl Hände oder Turniere, die man spielt. Wenn man jeden Tag 2 Turniere spielt, dann hat man selbst nach einem Jahr noch kein verlässliches Resultat, ob man ein Winning Player ist. Jedenfalls nicht, wenn der eigene ROI zwischen -10% und +10% liegt. Hier findest Du mehr zum Thema Varianz bei Poker.

9. chrackter eigenschaften die man bei pokern ahben muss
Eine super Frage, auch wenn es etwas mit der Rechtschreibung des Fragenden happert. Ich denke die wichtigsten Charaktereigenschaften, um langfristig beim Pokern Gewinn erzielen zu können, sind Ausdauer, Geduld, Disziplin, Lernwille und die Fähigkeit zur Selbstkritik. Lies in meinem Interview mit drei Poker Profis und Bloggern, was sie dazu denken.

10. double or nothing wie viel buy ins bankrollmangement
Auch eine sehr gute Frage, sie zeigt, dass der Suchende sich bereits mit online Poker und Risiko auseinandergesetzt hat – sonst würde er den Begriff „Bankroll Management“ nicht kennen. Ich habe ausführliche Simulationen durchgeführt, siehe den Artikel „Bankroll Management für SNG, DON, Heads-Up und MTT“. Für Winning Player (bei Losing Player braucht es kein BRM, die gehen so oder so broke, was zu verhindern ja das Ziel vom BRM ist), die Double or Nothing spielen, empfehle ich je nach Bankroll Management Strategie (aggressiv, mittel oder konservativ) ein BRM von 20 – 75 Buy-Ins. Für gute Spieler sind 30 bis 40 Buy-Ins eine gute Wahl.

11. ersteinzahlungsbonus partypoker nicht voll ausgenutzt
Ich biete für PartyPoker über diesen Link mit dem Bonus Code POKERPROFI den maximalen Bonus von 325 Euro (500 Dollar) an. Wenn man weniger einzahlt, dann erhält man auch weniger Bonus. Es ist aber nicht möglich, ein erneutes Mal einzuzahlen, um vom „Ersteinzahlungbonus“ nochmals zu profitieren. Was man hingegen machen kann, ist etwas zu warten. Party bietet regelmässig Boni auch für bestehende Spieler an (bevorzugt an jene, die während mehreren Wochen nicht mehr aktiv gespielt haben).

12. faktor 100 sind wieviel prozent
Wer das bei Google eintippt, sieht direkt beim obersten Treffer, wie viel ich dabei errechnete: 10‘000%.Wobei ich ehrlich gesagt hier vereinfachte, um die Leser nicht zu verwirren. Denn Faktor Hundert entspricht +9900%. Ich hoffe, dass der Suchende die Mathe-Prüfung trotzdem bestanden hat.

13. ich vermute betrug bei betsson was kann man tun
Hm, ich würde die Beweise zusammenstellen und dann den Kundendienst von Betsson anschreiben. Wenn das nichts bringt, würde ich mich an den Ombudsmann des Ongame-Netzwerkes, zu dem Betsson Poker gehört, wenden. Dieser könnte theoretisch hier erreicht werden. Allerdings sehe ich das erwähnte Kontaktformular nirgends. Also muss man den Umweg über das Kontaktformular mit dem Ongame Netzwerk machen. Man sieht, es gibt offenbar nicht viele Leute, die sich an den Ombudsmann wenden (und der freut sich darüber, wenig Arbeit zu haben).

14. ist es möglich mit einem hack die hole cards zu sehen
Üble Sache. Mit einem Superuser-Account war dies bei Absolute/UB.com möglich. Und kürzlich wurde ein weiteres, aber weniger gravierendes Sicherheitsleck entdeckt. Siehe den Beitrag mit Video hier: Sicherheitsrisiko Cereus Netzwerk.

15. jemand bei pokerstars geld verdient
Ja, definitiv gibt es Spieler, die bei PokerStars Geld verdienen. Einfach mal auf www.officialpokerrankings.com oder auf www.sharkscope.com die Bestenlisten durchschauen. Die TOP Spieler verdienen Geld beim online Poker, viel Geld sogar!

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PokerStars: Poker Bots entdeckt

Eigentlich wolle ich ja zuerst ohne Unterbruch meine Serie 25 User fragen – der Poker Profi antwortet zu Ende veröffentlichen, aber ich denke dass nicht jeder von euch die News vom Poker-Bot-Netzwerk bei PokerStars schon gelesen hat. Deswegen hier ein Blogbeitrag zu Poker Bots bei PokerStars.

Die Accounts der zehn Spieler 7emenov, bakabar, craizer, mvra, nakseon, kozzin, demidou, koldan, Daergy und feidmanis wurden gesperrt, nachdem diese als Bots, d.h. als Computerspieler, identifiziert wurden. Wie die Bots enttarnt wurden? Ein Forumsmitglied vom grössten englischsprachigen Pokerforum, 2+2, hat die Statistiken der Spieler auf Pokertableratings nachgeschaut. Er fand unter anderen heraus, dass die Spieler alle auf NL 200 spielten und dann innerhalb von drei Tagen auf NL 100 abstiegen. Anschliessend stiegen sie innerhalb von sechs Tagen auf NL 50 ab. PokerStars hat sich dann eingeschaltet und den Fall zusammen mit Pokertableratings statistisch analysiert. Die Ergebnisse sind absolut eindeutig. Die zehn Spieler weisen alle praktisch identische Spielerstatistiken auf was die gängigen Kennzahlen wie VPIP (Anteil der Flops, die man ausserhalb des Big Blinds anschaut), PFR (Anteil Hände, die man vor dem Flop raist), 3Bet (Reraise vor dem Flop). Zudem haben diese Spieler, wenn sie vom Big Blind aus den Flop anschauten, in 99.6% der Fälle auf einen Raise gefoldet.

Total haben die zehn Bots auf den Limits NL 50 bis NL 200 über 8 Millionen Hände gespielt, eine Winrate von ca. 0.43BB/100 Hände erzielt und dabei einen Profit von 58’000$ erspielt (und Rake in Höhe von 187’000$ an PokerStars bezahlt!).

Wenn Du es nicht glaubst: Schau Dir den ausführlichen Bericht mit zahlreichen Auswertungen und Statistiken hier auf Pokertableratings an.

Poker Bots auf Stars – Learnings

Was lernen wir aus diesem Fall?

1. Es gibt sogar auch No Limit Texas Hold’em Winning Poker Bots! Das ganze Gequatsche von “unlösbares Spiel”, “etwas ganz anderes als Schach”, “Bots können exploited werden”, “nur die absoluten Micro-Limits können von Bots geschlagen werden” etc ist Humbug und damit widerlegt. Während Polaris bereits vor Jahren Fixed Limit Profis geschlagen hat, sind diese zehn Bots der Beweis, dass auch No Limit Texas Hold’em auf den Mid-Stakes durch Poker Bots geschlagen werden kann!

2. Menschliche Spieler müssen mitdenken und solche Fälle melden! Wir wissen nicht, wie viele Bots durch Abwehr-Massnahmen von PokerStars bereits aufgefolgen sind und nie publik wurden. Es ist allerdings schon erstaunlich, dass der grösste Pokeranbieter der Welt kein Kontrollsystem installiert hat, das solche massiven Ähnlichkeiten im Spielverhalten selbst entdeckt. Hier besteht dringeder Handlungsbedarf!

3. Die Transparenz von PTR und Stars ist lobenswert. Pokeranbieter haben überhaupt kein Interesse daran, dass solche Fälle publik werden. Durch das Forum 2+2 wurde er publik. Ich finde es lobenswert, dass Stars sich direkt einschaltete und innerhalb von einer Woche den Fall aufgeklärt hat. Meiner Meinung nach haben Pokeranbieter null Interesse daran, Bots nicht zu entdecken. Klar hat Stars fast 200’000$ Rake an diesen 10 Bots verdient. Aber der Imageschaden für Stars und für die ganze online Pokergemeinde ist massiv grösser. Die Transparenz hilft, dass mehr solche Fälle gemeldet und untersucht werden – auch bei anderen Pokeranbietern!

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